Tourlitis: Der Leuchtturm, der die Ägäis erleuchtet

Vor der Küste der Kykladeninsel Andros erhebt sich der Leuchtturm Tourlitis auf einem einsamen Felsen aus dem Ägäischen Meer. Seine einzigartige Lage und bewegte Geschichte machen ihn zu einem wunderbaren Wahrzeichen Griechenlands.​
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Geschichte/Reisen – Erbaut im Jahr 1897 auf der kleinen Felsinsel Tourlitis, etwa 200 Meter nordöstlich des venezianischen Kastells von Andros, diente der Leuchtturm als Orientierungspunkt für Seefahrer im Myrtoischen und Ägäischen Meer. Seine Konstruktion auf einem isolierten Felsen ist in Griechenland einzigartig und zeugt von ingenieurtechnischer Meisterleistung. Der sieben Meter hohe Turm erreicht eine Feuerhöhe von 19 Metern und sendet alle 15 Sekunden zwei weiße Blitze aus, die bis zu sechs Seemeilen weit sichtbar sind. ​

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Leuchtturm 1943 bei einem deutschen Luftangriff zerstört. Ein einfacher Gerüstturm ersetzte ab 1950 das ursprüngliche Bauwerk. Erst 1994, dank der finanziellen Unterstützung des Reeders Alexandros Goulandris und seiner Frau Marietta, erfolgte der originalgetreue Wiederaufbau zur Erinnerung an ihre verstorbene Tochter Violanto. Der Turm wurde aus hellem Naturstein mit weißer Galerie und Laterne errichtet und erstrahlt seither wieder in seinem historischen Glanz. ​

Die Bedeutung des Leuchtturms wurde 2009 durch die griechische Post gewürdigt, die ihn in der Sondermarkenserie „Leuchttürme Griechenlands“ verewigte. Diese Anerkennung unterstreicht seinen kulturellen Wert und seine Rolle als Symbol maritimer Tradition. ​Heute zieht der Leuchtturm Tourlitis Besucher aus aller Welt an, die seine malerische Schönheit und die harmonische Verbindung von Architektur und Natur bewundern. (jk)

Foto: anjči – https://www.flickr.com/photos/9899582@N05/3593473640/, CC BY 2.0, wikimedia.org

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