Verborgene Schätze am Ufer des Pamvotida-Sees und verwinkelte Gassen, die Jahrhunderte überdauert haben, verleihen der Hauptstadt von Epirus eine Atmosphäre, die Besucher in längst vergangene Zeiten entführt. Ioannina ist weit mehr als eine Stadt – sie ist eine Symphonie aus Natur, Architektur und bewegter Geschichte, die sich wie ein Flickenteppich durch die schmalen Straßen und historischen Bauwerke zieht.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou
Reisen – Eingebettet in die Höhen von etwa 480 Metern und umgeben von den schimmernden Wassern des Pamvotida-Sees, sich Ioannina über ein Plateau im Herzen des Pindos-Gebirges. Die imposanten Gebirgsketten Mitsikeli und Driskos im Osten und das Tomaros-Massiv im Westen rahmen die Stadt malerisch ein. Diese atemberaubende Lage inmitten fruchtbarer Ebenen und geschichtsträchtiger Berge macht Ioannina einzigartig in Griechenland.

Die Ursprünge der Stadt reichen weit zurück. Schon im 6. Jahrhundert soll hier eine Siedlung bestanden haben, gegründet von Kaiser Justinian I. Im Laufe der Jahrhunderte sah Ioannina zahlreiche Herrscher, die die Stadt wieder und wieder eroberten und mit ihrem kulturellen Erbe prägten. So wurde sie Teil des Despotats Epirus, eines byzantinischen Nachfolgestaates, das 1204 nach dem Vierten Kreuzzug entstand. Später, im Jahr 1430, fiel Ioannina an das Osmanische Reich und verblieb fast 500 Jahre unter türkischer Kontrolle. Die Osmanen fördern die Stadt als Handelszentrum und machen sie zur Hauptstadt eines Vilâyets.
Ioannina entwickelte sich während dieser Zeit zu einer Stadt voller Kulturen und Religionen. Griechen, Türken, Aromunen und Juden leben hier Seite an Seite und schufen eine vielfältige Gesellschaft. Auch der berühmte „Löwe von Janina“, Ali Pascha, der als Gouverneur von Epirus im späten 18. Jahrhundert ein kunstunabhängiges Fürstentum gründete, prägte das Leben und das Aussehen Ioanninas. Er verlieh der Stadt eine neue Blütezeit und zog den englischen Dichter Lord Byron an, der die Stadt als lebhaft und charmant beschrieb.
Doch auch dunkle Momente zeichnen die Geschichte Ioanninas. Während des Zweiten Weltkrieges wurden am 25. März 1944 nahezu 1.700 Juden aus Ioannina deportiert und in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht. Eine traurige Erinnerung an die unvorstellbaren Verluste und das Leid, das der Holocaust auch dieser Stadt zufügte.

Heute bewahrt Ioannina viele seiner historischen Stätten als lebendige Zeugnisse der Vergangenheit. Die Altstadt, die sich auf einer Halbinsel im Pamvotida-See befindet, wird von den Mauern der alten Festung, dem „Frourio“, geschützt. Diese Burg verwaltet das Byzantinische Museum, das eine Vielzahl kostbarer Exponate zeigt und die glanzvolle Geschichte der Stadt widerspiegelt.
Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind die Aslan-Pascha-Moschee und das Silberschmied-Museum, das eine besondere Handwerkskunst in Epirus dokumentiert. Ebenso sind die Tropfsteinhöhle von Perama und die Klosterinsel im Pamvotida – Siehe Anziehungspunkte für Reisende aus aller Welt.
Ioannina ist eine Stadt voller Kontraste: Sie bewahrt das Erbe ihrer osmanischen Vergangenheit und verbindet es mit der modernen griechischen Kultur. Die engen, gewundenen Gassen, die byzantinischen Kirchen und Moscheen, sowie die Nähe zur wilden Natur verleihen ihr einen einzigartigen Charme. (mv)





