Die Heilige Paraskevi, Märtyrerin und Jungfrau, bleibt ein strahlendes Vorbild für Mut, Glaube und Nächstenliebe. Ihre Lebensgeschichte, geprägt von Opferbereitschaft und Wundern, inspiriert bis heute Gläubige auf der ganzen Welt.
Von HB-Redakteurin Soula Dimitriou
Götter & Gelehrte – Paraskevi wurde in der Herrschaftszeit des Kaisers Hadrian in der Nähe von Rom als Tochter der frommen Christen Agathonikos und Politea geboren. Der Name „Paraskevi“, griechisch für „Freitag“ und „Vorbereitung“, wurde ihr zu Ehren des Wochentages ihrer Geburt verliehen, der gleichzeitig an das Leiden Christi erinnert.
Bereits in ihrer Jugend zeigten sie außergewöhnlichen Wissensdurst und ein tiefes Verständnis für die christliche Lehre und Philosophie. Ihre Bildung und Schönheit macht sie zu einer begehrten Heiratskandidatin, doch Paraskevi lehnte alle Anträge ab, um ihr Leben dem Glauben zu widmen. Nach dem Tod ihrer Eltern setzten sie ihr Erbe für wohltätige Zwecke ein und gründeten ein Heim für Jungfrauen, die im Gebet, Fasten und der Mission tätig waren.
Mit 30 Jahren begann Paraskevi ihre Missionsreise, auf der sie in Dörfern und Städten das Evangelium verkündete. Ihre Arbeit fiel in eine zeitintensivere Christenverfolgung unter Kaiser Antoninus Pius. Trotz der Gefahr blieb sie standhaft und überzeugte viele durch ihre Worte und Taten vom christlichen Glauben.
Nach ihrer Festnahme wurde Paraskevi vor Kaiser Antoninus gebracht, der versuchte, sie von ihrem Glauben abzubringen – erst mit Versprechen, später mit Folter. Doch weder ein mit Nägeln besetzter Stahlhelm noch brennende Fackeln konnten sie zum Nachgeben bewegen. Selbst in einem kochenden Kessel aus Öl und Tee blieb sie unverletzt. Als Antoninus, geblendet vom heißen Dampf, um Heilung bat, gewährte Paraskevi ihm dies durch ihre Gebete. Beeindruckt von diesem Wunder ließ der Kaiser sie frei und stellte die Christenverfolgung vorübergehend ein.
Nach dem Tod von Antoninus wurde die Verfolgung unter Marcus Aurelius wieder aufgenommen. Paraskevi setzte dennoch ihre Missionsarbeit fort, bis sie von den römischen Statthaltern Asklepios und Tarasios gefangen genommen wurde. Auch in dieser Zeit blieb sie ihrem Glauben treu. Als sie sich weigerte, den heidnischen Göttern zu opfern, überlebte sie Wunder um Wunder: Eine tödliche Schlange in einer Grube starb durch ihr Kreuzzeichen, und die Zerstörung eines heidnischen Tempels durch ihre Hand brachte die Gläubigen in Erstaunen.
Schließlich wurde Paraskevi zum Tode durch Enthauptung verurteilt. Vor ihrer Hinrichtung betete sie ein letztes Mal zu Christus, dessen Botschaft sie mit ihrem Leben verteidigt hatte. Die Kirche gedenkt ihr am 26. Juli.
Paraskevi wird als Heilige der Heilung und insbesondere als Fürsprecherin bei Augenleiden verehrt. Bereits zu Lebzeiten und auch nach ihrem Tod wurden zahlreiche Wunder berichtet. Ihr Grab in Pounta, Griechenland, sowie ihre Reliquien, die heute in Athen und Konstantinopel aufbewahrt werden, sind Ziel vieler Pilger.
Besonders bekannt ist das Kloster der Heiligen Paraskevi in Pounta, nahe dem Acheron-Fluss, wo sie der Überlieferung nach begraben wurde. Die Steinsäule mit ihrem Handabdruck und die zahlreichen Überlieferungen über Wunder, die an diesem Ort geschehen sollen, zeugen von der tiefen Verehrung, die ihr Glaube inspiriert. (sd)





