Das ehemalige Fabrikgebäude der Tsaousoglou-Fabrik in der Athener Piräusstraße 260, das sich derzeit im Besitz des Kulturministeriums befindet und als Gebäude C bekannt ist, wird in einen modernen Theaterraum umgewandelt.
Kunst & Kultur – Dabei werden seine Authentizität, seine historische Identität und sein besonderer Charakter bewahrt und hervorgehoben. Die positive Stellungnahme des Zentralrats für Moderne Denkmäler zur Studie über die Restaurierung und Umnutzung eines Teils des Gebäudes, die Gestaltung der Außenflächen und die notwendige technische Infrastruktur stellt einen Meilenstein in den umfassenderen Plänen des Kulturministeriums zur Aufwertung der Piräusstraße 260 zu einem offenen, zugänglichen und lebendigen Kulturzentrum der Hauptstadt dar.

Kulturministerin Lina Mendoni erklärte: „Die Fortschritte bei der Architekturstudie für Gebäude C des Industriekomplexes an der Piräusstraße 260 sind ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung eines der bedeutendsten Projekte des Kulturministeriums für Athen: die Schaffung eines kulturellen Ökosystems im urbanen Raum. Ausgangspunkt war der Erwerb des historischen Industriekomplexes durch das Kulturministerium im Jahr 2023 für rund 13 Millionen Euro aus Mitteln des Wiederaufbau- und Resilienzfonds. Mit diesem Erwerb sicherten wir die Rettung eines symbolträchtigen Monuments des industriellen Erbes des Landes und schufen die Voraussetzungen für seine vollständige Restaurierung und Umnutzung zum Wohle von Kultur und Gesellschaft. Unser oberstes Prinzip ist die Achtung des industriellen Charakters und der Authentizität des Komplexes, verbunden mit der Schaffung eines modernen, funktionalen und ökologisch nachhaltigen Kulturzentrums. Die Restaurierung der Gebäude wird von Maßnahmen begleitet, die die Begrünung, die Biodiversität, die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und die Energieautonomie des Komplexes fördern und gleichzeitig den öffentlichen Raum und das Erscheinungsbild der Piräusstraße aufwerten. Seit 2006 …“ Das Athener Epidauros Festival nutzt bereits einige Gebäude als Theaterräume. In Gebäude A sollen demnächst die Werkstätten für die Herstellung originalgetreuer Kopien, die Glyptothek-Modellothek der Organisation für die Verwaltung und Entwicklung kultureller Ressourcen, öffentlich zugängliche Räumlichkeiten sowie ein Shop, eine Bar und Lagerflächen entstehen. Gebäude C ist mit moderner Infrastruktur ausgestattet und unterstützt die Aktivitäten des Athener Epidauros Festivals, die Vorbereitung, Durchführung und Ausrichtung künstlerischer Veranstaltungen. Dadurch wird die Rolle von Piraeus 260 als eines der wichtigsten Zentren kultureller Kreativität des Landes gestärkt. Unser Ziel ist es, einen offenen Kulturort zu schaffen, an dem industrielles Erbe mit moderner Kunst, Bildung, Forschung und Austausch verbunden wird und der so maßgeblich zur Revitalisierung des gesamten Gebiets beiträgt. Nach Abschluss des Gesamtprojekts wird Piraeus 260 ein Vorbild für die Umnutzung von Industrieerbe sein, wobei Kultur als Hebel für nachhaltige Stadtentwicklung und Lebensqualität dient.
Piraeus 260, ein Komplex aus zehn unabhängigen Industriegebäuden, von denen die Gebäude A, B und D unter Denkmalschutz stehen, ist ein Meilenstein für die industrielle Entwicklung des 20. Jahrhunderts. Die Erstellung aller notwendigen Studien für die Restaurierung und Umnutzung des ehemaligen Industriekomplexes für Metallverarbeitung und Möbelherstellung „Tsaousoglou“ mit einer Fläche von 28 Hektar und einem bestehenden Gebäude von 27.000 m² erfolgt im Rahmen eines Schenkungsvertrags über 1.000.000 Euro, den das Kulturministerium mit der Piraeus Bank geschlossen hat.
Die meisten Gebäude sind aus Stahlbeton mit Metallelementen errichtet und wurden im Laufe der Zeit je nach Bedarf des Komplexes erweitert oder umgebaut. Gebäude C, das teilweise als neueres Denkmal gilt, ist ein charakteristisches Beispiel griechischer Industriearchitektur der Nachkriegszeit. Es ist das dritte Gebäude des Komplexes und bildete zusammen mit Gebäude A die Fassade der Fabrik an der Sp. Polykrati Straße. Das in zwei Bauphasen errichtete Gebäude besteht aus einem Erdgeschoss und einem später aufgesetzten Dachgeschoss, das für das Griechische Festival genutzt wird. Funktionell ist es mit Gebäude D verbunden, das als Bühne, Büros und Nebenräume dient und zwischen 1971 und 1974 zu einer Theaterbühne und einem Zuschauerraum umgebaut wurde. Auch die Gebäude E, Z und H werden für das Griechische Festival genutzt.

Diese Studie basiert auf dem genehmigten Masterplan für die umfassende Modernisierung des Komplexes Piraeus 260. Sie sieht die Neugestaltung der Außenanlagen, die Verbesserung der Barrierefreiheit, die Förderung von Grünflächen und Biodiversität sowie die Nutzung nachhaltiger Energielösungen vor. Der geplante Eingriff erhält und hebt die historische und industrielle Identität des Areals hervor und verwandelt gleichzeitig Gebäude C in einen modernen und voll funktionsfähigen Theaterraum. Der Entwurf sieht eine moderne Bühne mit einer Fläche von 698 m² und 342 Sitzplätzen vor, inklusive Empfangsbereichen, Garderoben, Büros, Lagerräumen und der gesamten notwendigen Infrastruktur für mittelgroße Produktionen. Der architektonische Entwurf basiert auf der Erhaltung und Aufwertung der historischen und industriellen Identität des Gebäudes in Verbindung mit den notwendigen Modernisierungsmaßnahmen. Die neuen Strukturen sind unter Berücksichtigung der bestehenden Gebäudehülle gestaltet, heben sich deutlich vom historischen Gebäude ab und verwenden moderne Materialien, wobei der industrielle Charakter des Denkmals erhalten bleibt.
Der zentrale architektonische Eingriff ist die Anlage eines vertikalen Gartens in einem Teil des Gebäudes C nahe der Polykratous-Straße, der nicht unter Denkmalschutz steht. Ziel ist die schrittweise Entwicklung von Kletterpflanzen, wodurch ein dreidimensionaler, schattiger Außenraum entsteht, der sich zum Ausruhen, für Veranstaltungen oder Aktivitäten eignet. Diese Strategie entspricht modernen städtebaulichen Standards und ist eine Antwort auf den Mangel an Freiflächen und Grün in urbanen Zentren. Die Studie umfasst zudem umfangreiche statische Restaurierungsmaßnahmen, da Inspektionen erhebliche Schäden durch langjährige Nutzung und natürliche Alterung des Gebäudes aufgedeckt haben. Gleichzeitig ist eine umfassende energetische und elektromechanische Modernisierung geplant, die die Errichtung eines zentralen Energiezentrums für den gesamten Komplex, die Nutzung erneuerbarer Energien, eine Infrastruktur zur Regenwassernutzung sowie moderne Brandschutz- und Wasserversorgungsanlagen umfasst. (opm)




