Pantaleon – Der barmherzige Märtyrer und Heiler

Der Heilige Pantaleon, geboren im dritten Jahrhundert in Nikomedia, gehört zu den bedeutendsten Heiligen der griechisch-orthodoxen Kirche. Als Patron der Ärzte und Hebammen ist sein Andenken bis heute lebendig. Sein Gedenktag, der 27. Juli, ist für Gläubige eine Zeit der Verehrung und Erinnerung an seine wundersamen Heilungen und sein Martyrium.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Gedenktag: 27. Juli

Götter & Gelehrte – Pantaleon (altgriechisch Παντελεήμων Panteleimon) stammte aus einer gemischten Familie: Während sein Vater ein Heide war, erzog seine christliche Mutter ihn im Geist des Glaubens. Nach seiner medizinischen Ausbildung unter dem kaiserlichen Leibarzt Euphrosynus wurde er selbst Leibarzt des Kaisers Maximian. Doch seine Begegnung mit dem Presbyter Hermolaus veränderte sein Leben: Pantaleon erkannte, dass die wahre Heilung nicht allein durch Medizin, sondern durch göttliche Gnade geschieht.

Ein entscheidendes Ereignis brachte ihn endgültig zum Glauben: Er erweckte ein Kind, das von einer Schlange gebissen worden war, durch Gebet wieder zum Leben. Nach seiner Taufe heilte er unter Anrufung Jesu Christi einen Blinden, wodurch selbst sein Vater zum Christentum übertrat. Seine wundersame Heilkunst führte jedoch zu Neid unter seinen Kollegen, die ihn beim Kaiser als Christen denunzierten.

Kaiser Maximian forderte Pantaleon auf, den heidnischen Göttern zu opfern. Als er sich weigerte, befahl der Herrscher grausame Martern. Doch weder Feuer noch Nägel, weder flüssiges Blei noch wilde Tiere konnten ihm Schaden zufügen. Schließlich wurde er enthauptet – doch aus seiner Wunde floss Milch anstelle von Blut, und der Baum, an den er gebunden war, trug plötzlich Früchte. Eine göttliche Stimme verlieh ihm den Namen Panteleimon – „der ganz Barmherzige“.

Pantaleons Kult verbreitete sich ab dem 4. Jahrhundert, als Kaiser Justinian ihm eine Kirche in Konstantinopel weihte. Besonders in Köln erlangte seine Verehrung große Bedeutung, nachdem Reliquien im 10. Jahrhundert dorthin gelangt waren. Die Kölner St. Pantaleon-Kirche ist bis heute ein Zentrum seiner Anbetung.

Er gehört zu den Vierzehn Nothelfern und wird als Schutzpatron der Ärzte und Hebammen verehrt. Seine Ikonografie zeigt ihn oft mit einer Salbbüchse oder einem Kreuz. Ein besonderes Wunder, das jährlich am 27. Juli in Madrid stattfindet, ist die Verflüssigung seines Blutes – ein Zeichen göttlicher Gegenwart. (jk)

Foto: Hellas-Bote