Ein Bewertungsbericht zu Niststränden von Meeresschildkröten zeigt, dass die meisten dieser Gebiete unter enormem Druck stehen.
Natur & Umwelt – WWF Griechenland und ARCHELON führten eine umfassende Maßnahme um, um die Brutstrände der Meeresschildkröte Caretta caretta in ganz Griechenland zu untersuchen. Die Bewertung wurde im Zeitraum 2024–2025 im Rahmen der „Wildlife Alliance“ durchgeführt, der kollektiven Initiative von elf (11) Umweltorganisationen, die darauf abzielt, die emblematischen Arten Griechenlands effektiv zu schützen.
Die Maßnahme zielte darauf ab, die Auswirkungen und die kumulative Belastung dieser Bereiche durch anthropogene Handlungen aufzuzeichnen und hervorzuheben. Diese Daten führen zur Entwicklung und Einführung geeigneter lokaler und/oder allgemeiner Managementmaßnahmen, um den Zustand der bristenden Strände zu verbessern und die Art zu schützen. Diese Maßnahme wurde mit wertvoller Beteiligung von Hunderten von Bürgern und Freiwilligen sowie spezialisierter Wissenschaftler umgesetzt, die sich mit der Biologie und Ökologie der Meeresschildkröte auskennen.

Griechenland spielt eine entscheidende Rolle beim Schutz dieser ikonischen Art und beherbergt etwa 50 % der Nester der Caretta caretta im gesamten Mittelmeerraum. Besonders wichtig sind der Golf von Laganas in Zakynthos und der Südliche Zypressengolf, da sie mehr als 60 % der Nester von Caretta caretta in der Europäischen Union sammeln. Diese außergewöhnliche Bedeutung der griechischen Küsten für die Fortpflanzung der Art macht es notwendig, ihren Schutzstatus als Laichhabitate regelmäßig zu überwachen und systematisch zu bewerten.
Die Mehrheit der Niststrände steht unter starkem Druck – Was sind die vorgeschlagenen Managementmaßnahmen?
Das Projekt konzentrierte sich darauf, den allgemeinen Zustand der Brutstrände, die natürlichen und menschengelenkten Belastungen, die sie ausgesetzt sind, sowie die grundlegenden Parameter, die das Nist- und Brutprozess beeinflussen können (z. B. touristische Aktivitäten, Lichtverschmutzung usw.) zu dokumentieren. Die Feldaktionen fanden zwei Jahre in Folge (2024–2025) während der Laichsaison (Mai–Oktober) mit der Teilnahme von mehr als 120 aktiven Bürgern und Freiwilligen statt. Insgesamt wurden 167 Brutstrände in ganz Griechenland untersucht, die etwa 270 km Küstenlinie abdecken, während die Untersuchung Strände auf den Ionischen Inseln, Kreta, dem Peloponnes, Epirus, den Kykladen und den Dodekanesen umfasste, mit besonderem Schwerpunkt auf Schutzgebieten des Natura-2000-Netzwerks.
Die Ergebnisse des Projekts zeigen die verschiedenen Belastungen auf die Brutstrände der Meeresschildkröte Caretta caretta in Griechenland. Die Mehrheit der Brutstrände ist von mehreren anthropogenen Einflüssen betroffen, die von mäßiger Belästigung bis hin zu intensiven Veränderungen der natürlichen Umwelt reichen.
Die touristische Nutzung erwies sich als einer der wichtigsten Druckfaktoren, da die häufigsten Maßnahmen Hoteleinrichtungen, Strandbars und Restaurants umfassen. Indikativ:
• 77 % der Strände beherbergten Strandmöbel, was den Nistprozess erschweren kann.
• Nachtliche Lichtverschmutzung wurde an 71 % der Strände gemessen.
• An 68 % der Strände gab es in den Abendstunden, wenn das Laichen stattfindet, eine starke menschliche Präsenz.
Die Gesamtbewertung der Niststrände, die sich aus der Synthese aller Protokollindikatoren ergab, zeigte, dass nur 12 % der Strände in einem guten Schutzzustand sind, während 50 % als mittel und 38 % als minderwertig bewertet wurden, was die Notwendigkeit unterstreicht, ihren Schutz zu stärken.
Schließlich zeigt der Vergleich der Strände innerhalb und außerhalb des Natura-2000-Netzwerks, dass Schutzgebiete einen deutlich höheren Anteil an Stränden mit guter Bewertung haben (19 % innen gegenüber 5 % außen). Dies bestätigt, dass das Schutzregime einen positiven Beitrag leistet, beseitigt jedoch nicht die weiterhin dokumentierten Belastungen, insbesondere in Ermangelung eines effektiven Managements.
Basierend auf den Ergebnissen der Bewertung schlagen WWF Griechenland und ARCHELON eine Reihe von Maßnahmen und Maßnahmen vor, die sowohl das Management der Strände als auch die Verbesserung des institutionellen und administrativen Schutzrahmens betreffen. Insbesondere:
• Nutzung und Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für die Meeresschildkröte Caretta caretta (J.M.D. Government Gazette B‘ 3678/2021),
• eine freie Zone in 5 Metern Abstand zur Wellenlinie einzuhalten, um ausreichend Platz zu gewährleisten, damit Schildkröten zum Strand gelangen und Nester bauen können;
• Vorsorge für Strandausrüstung (Sonnenschirme, Sonnenliege, Sportausrüstung), die nachts entfernt werden kann,
• Entfernung willkürlicher oder illegaler Infrastruktur, die die natürliche Umgebung des Strandes verändert,
• Strandbesucher informieren und mit Tourismusfachleuten zusammenarbeiten,
• Stärkung der Überwachung und Kontrolle der Umsetzung der Maßnahmen durch die zuständigen Dienste usw.
Mit koordinierten Maßnahmen der zuständigen Behörden, lokaler Gemeinschaften und Naturschutzbehörden können griechische Strände weiterhin sichere Zufluchtsorte für die Fortpflanzung von Caretta caretta, einer emblematischen Art und wertvollem Teil des natürlichen Erbes des Mittelmeerraums.
Der vollständige Bericht zur Bewertung der Brutstrände ist unter diesem Link verfügbar. (opm)





