Das ländliche Museumsnetzwerk Evros ist die Strategie zur Entwicklung des Grenzgebiets Thrakien

Kulturministerin Lina Mendoni unterzeichnete zwei Abkommen zum Kulturentwicklungsprogramm mit den Gemeinden Didymoteicho und Orestiada.

Aktuell – Mit dem Ethnologischen Museum von Thrakien „Aggeliki Giannakidou“ wurde eine Kooperationsvereinbarung zur Schaffung des Evros-Museumsnetzwerks unterzeichnet. Diese Initiative ist Teil der Strategie des Kulturministeriums zur kulturellen Dezentralisierung, zum Schutz und zur Förderung des immateriellen Kulturerbes und zur Nutzung bestehender öffentlicher Infrastruktur zum Wohle der lokalen Bevölkerung. Durch die Schaffung eines Netzwerks thematischer Museen werden das ländliche Leben, Produktionstraditionen, landwirtschaftliche Praktiken und das kollektive Gedächtnis des Evros hervorgehoben und gleichzeitig ein Beitrag zur nachhaltigen lokalen Entwicklung und zur Stärkung der kulturellen Identität der Grenzregion geleistet.

Kulturministerin Lina Mendoni erklärte: „Die Gründung des Netzwerks ländlicher Museen in Evros ist eine Initiative von besonderer kultureller und entwicklungspolitischer Bedeutung für das angrenzende Thrakien. Kulturelles Erbe beschränkt sich nicht auf Denkmäler und archäologische Stätten. Es umfasst auch die Erinnerungen, das Wissen, die Bräuche und die produktiven Tätigkeiten, die die Identität der lokalen Gemeinschaften geprägt haben. Mit den beiden Programmvereinbarungen und der heute unterzeichneten Absichtserklärung schaffen wir die Voraussetzungen für die Förderung des ländlichen Kulturerbes von Evros durch ein Netzwerk moderner kultureller Infrastrukturen. Gleichzeitig geben wir leerstehenden öffentlichen Gebäuden eine neue Nutzung, stärken die kulturelle Dezentralisierung und tragen zur nachhaltigen Entwicklung der lokalen Gemeinschaften bei, indem wir Kultur als Hebel für Fortschritt, Zusammenhalt und Offenheit nutzen.“

Der Bürgermeister von Orestiada, Diamantis Papadopoulos, erklärte: „Die Unterzeichnung des Programmvertrags zur Sanierung der Schule von Ptelea mit dem Ziel, ein Webereimuseum zu errichten, ist ein besonders wichtiger Moment für unsere Gemeinde und insbesondere für die Region Trigonos. Dieses sorgfältig geplante Projekt geht nun in die Umsetzungsphase und wird die gesamte Region bereichern, indem es das kulturelle Erbe unserer Gegend in den Vordergrund rückt. Ich möchte der Kulturministerin Lina Mendoni herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit und die langjährige Unterstützung des Ministeriums für Projekte danken, die die Geschichte und Kultur unserer Region hervorheben. Mein Dank gilt auch Frau Angela Giannakidou für ihre Inspiration und ihren maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung dieses Projekts.“

Der Bürgermeister von Didymoteicho, Romylos Hatzigiannoglou, erklärte: „Die Kulturministerin Lina Mendoni unterzeichnete die Vereinbarung zum Kulturentwicklungsprogramm zwischen dem Kulturministerium und der Gemeinde Didymoteicho. Gegenstand der Vereinbarung ist die Modernisierung der stillgelegten Schulanlage in Karoti und deren Umwandlung in eine Infrastruktur für das im Aufbau befindliche Netzwerk ländlicher Museen der Evros-Region. Besonders bewegend und erfreulich ist die Tatsache, dass in der Heimat der großen thrakischen Traditionsinterpreten Chronis Aidonidis und Karyophyllis Doitsidis ein Ort entsteht, der unser musikalisches und folkloristisches Erbe hervorheben und bewahren wird.“

Die Präsidentin des Verwaltungsrats des „Ethnologischen Museums von Thrakien “ , Angeliki Giannakidou, erklärte: „Wir haben heute ein in vielerlei Hinsicht sehr wichtiges Abkommen unterzeichnet: eines, das die Region Thrakien fördert und natürlich auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Denn all diese Bereiche sind miteinander verbunden und bilden das Dreigestirn „Kultur, Schöpfung, Wirtschaft“. Ich möchte der Kulturministerin herzlich danken, die der Region und insbesondere Thrakien, Didymoteicho und Orestiada so große Bedeutung beimisst. Wir danken ihr herzlich für ihr Engagement und hoffen auf weitere Maßnahmen.“

Die Programmverträge betreffen die Sanierung und Umnutzung der leerstehenden Schulgebäude in Karoti, Didymoteicho und Ptelea, Orestiada. Diese werden die ersten Standorte des Evros-Netzwerks ländlicher Museen beherbergen. Die Arbeiten umfassen die Instandhaltung und Modernisierung der Gebäude, die Verbesserung der Barrierefreiheit, die Modernisierung der elektromechanischen Anlagen sowie die Einrichtung der notwendigen Räumlichkeiten für den Betrieb als Museums- und Kulturzentren.

Das Gesamtbudget der beiden Projekte beläuft sich auf 205.840 Euro und wird vollständig aus dem regulären Haushalt des Kulturministeriums gedeckt. Für Ptelea sind 110.360 Euro und für Karoti 95.480 Euro vorgesehen. Das Kulturministerium übernimmt die Finanzierung und Durchführung der Projekte – von der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und der Durchführung der Vergabeverfahren bis hin zu deren Überwachung und Fertigstellung – über den Dienst für moderne Denkmäler und technische Bauwerke Ostmakedoniens und Thrakiens.

Gleichzeitig wird mit Hilfe des mit dem Ethnologischen Museum von Thrakien „Aggeliki Giannakidou“ unterzeichneten Kooperationsmemorandums die Vorbereitung museologischer und museographischer Studien für die ersten beiden Museen des Netzwerks vorangetrieben, wofür das Kulturministerium 50.000 Euro bereitstellt.

Das Netzwerk der ländlichen Museen von Evros möchte als einheitlicher kultureller Kern fungieren, der die ländliche Geschichte, die produktiven Traditionen und das kollektive Gedächtnis der Region hervorhebt und so zur Bewahrung der lokalen Identität und zur nachhaltigen Entwicklung von Evros beiträgt. (opm)

Foto: Griechisches Kulturministerium