Die Restaurierung der Kirche San Joseph in Loutra, Tinos, ist im Gange

Das Kulturministerium setzt die Restaurierung der Kirche San Joseph in Loutra Tinos fort, einem bedeutenden Zeugnis katholischer Präsenz in der Ägäis.

Aktuell – Die Kirche war eng mit den Bildungs- und spirituellen Einrichtungen der Region verbunden, die unter der Leitung der Jesuiten und Ursulinen entstanden und maßgeblich zur religiösen, pädagogischen und kulturellen Prägung Loutras beitrugen. Aufgrund ihres besonderen architektonischen und historischen Wertes zählt die Kirche zu den jüngeren Bauwerken. Sie ist ein bemerkenswertes Beispiel sakraler Architektur des 19. Jahrhunderts und vereint Elemente des lokalen Neoklassizismus mit Einflüssen westeuropäischer, vorwiegend italienischer Kirchentradition. Die einschiffige Steinbasilika verfügt über ein hölzernes Gewölbe („Urania“), reichhaltige Malereien und Holzschnitzereien, einen Marmoraltar, eine Frauenkapelle und einen Glockenturm. Sichtbare Spuren der verschiedenen Bauphasen und späterer Eingriffe sind erhalten.

Kulturministerin Lina Mendoni erklärte: „Die Kirche San Joseph in Loutra auf Tinos ist ein Denkmal von besonderem historischem, architektonischem und symbolischem Wert, untrennbar verbunden mit der Präsenz der Jesuiten auf der Insel und der jahrhundertealten Geschichte der katholischen Gemeinde. Die Kirche wurde zwischen 1859 und 1872 mit Unterstützung der örtlichen katholischen Gemeinde und der tinischen Diaspora errichtet. Die jahrelange fehlende systematische Instandhaltung, verbunden mit den Schäden durch Zeit, Feuchtigkeit und frühere unsachgemäße Eingriffe, macht ihre Restaurierung notwendig. Das Projekt umfasst ein umfassendes Maßnahmenprogramm, das den Grundsätzen des Denkmalschutzes und modernen wissenschaftlichen Standards entspricht. Ziel ist es, die Authentizität und die historische Physiognomie der Kirche zu bewahren, ihre strukturelle und funktionale Restaurierung durchzuführen und sie als Gotteshaus und kulturelles Zentrum sicher wiederzueröffnen. Zur Erstellung eines umfassenden Maßnahmenprogramms wurden neue architektonische Dokumentationen und Kartierungen des Denkmals durchgeführt. Die aktualisierte architektonische Studie berücksichtigt die neuesten Erkenntnisse über den sich verschlechternden Erhaltungszustand des Gotteshauses, die vorläufigen Rettungsmaßnahmen und die …“ Die modernen Anforderungen des institutionellen Rahmens stehen im Vordergrund. Hauptziel ist der Schutz, die Restaurierung und die Förderung des Tempels, seine sichere Wiedereröffnung und die Möglichkeit für Besucher sowie die Bewahrung seines historischen und kulturellen Wertes. Der Schutz unseres kulturellen Erbes umfasst alle Denkmäler, die die historische Identität des Landes prägen, unabhängig von Lehre oder religiöser Tradition. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet das Kulturministerium systematisch und konsequent an deren Erhaltung und Förderung.

Foto: Griechisches Kulturministerium

Der Erhaltungszustand des Denkmals verschlechterte sich nach den 1960er Jahren, als die Präsenz der Jesuiten abnahm und die Nutzung der Kirche zurückging, was zur Aufgabe systematischer Instandhaltung führte. Infolgedessen entstanden erhebliche Feuchtigkeitsschäden, Probleme mit der Regenwasserableitung und lokale strukturelle Schäden. Seit Ende der 1990er Jahre wird die Kirche praktisch nicht mehr als Gotteshaus genutzt. 2002 wurde eine Studie zur Sanierung der Kirche erstellt, doch wurden lediglich die dringenden Arbeiten zur Instandsetzung der Malereien und zur Abstützung des Bogens durchgeführt. 2005 wurde der Verein „Freunde der Kirche San Joseph von Loutra Tinos“ gegründet, der 2006 zur Einstufung der Kirche als modernes Denkmal und zur Durchführung provisorischer Schutzmaßnahmen wie der Dachabdichtung und begrenzter Rettungsmaßnahmen beitrug. 2011 wurde die Restaurierungsstudie genehmigt, die den Schwerpunkt auf die strukturelle Verstärkung, die Verwendung kompatibler Materialien und den Schutz der Malereien legte. Die Studie wurde jedoch nicht vollständig umgesetzt. Es wurden lediglich Teilmaßnahmen zur Behebung akuter Probleme durchgeführt, wie etwa die Verstärkung des Fundaments und die punktuelle Restaurierung des Holzdachs und des Mauerwerks. Die Nichtumsetzung des Restaurierungsprogramms und die fehlende systematische Instandhaltung führten zu weiteren Schäden, sodass eine aktualisierte Studie zum umfassenden Schutz und zur Restaurierung des Denkmals erforderlich wurde.

Die dokumentierten Schäden an der Kirche sind hauptsächlich auf jahrelange Vernachlässigung, seismische Belastungen, die natürliche Alterung der Materialien, die Verwendung ungeeigneter Baustoffe (vorwiegend Zementmörtel) und vor allem auf die hohe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen, die erhebliche Schäden verursacht hat. Deutliche Risse, Mörtelverluste und stellenweise Beschädigungen des Mauerwerks sind festzustellen, insbesondere am Altarraum. Auch die Fassaden, Marmorelemente und Metallbauteile weisen Korrosionsschäden auf. Das Dach und das hölzerne Gewölbe wurden durch frühere Eingriffe und Wassereintritt stark in Mitleidenschaft gezogen, was zu erheblichen Schäden an der hölzernen Tragkonstruktion, den Malereien und den Holzschnitzereien geführt hat. Darüber hinaus weist der Glockenturm tiefe Risse auf, während die Umgebung durch mangelnde Instandhaltung, Bewuchs und Probleme mit dem Regenwasserabfluss gekennzeichnet ist, was den Zustand des Denkmals weiter verschlimmert.

Der Vorschlag zur Restaurierung der Kirche basiert auf den Grundsätzen des Denkmalschutzes und bestehenden Genehmigungen. Ziel ist die Behebung der Schadensursachen, die morphologische und funktionelle Restaurierung sowie die langfristige Erhaltung des Denkmals. Die geplanten Maßnahmen umfassen den Wiederaufbau des Holzdachs und die Restaurierung des Gewölbes, die Instandsetzung und Verstärkung des Mauerwerks, der Metallverstärkungselemente und des Glockenturms sowie die Restaurierung der Regenwasserableitung und der Steinelemente des Haupteingangs. Gleichzeitig sind der Austausch unpassender Tragwerke, die Restaurierung von Anstrichen und Farben durch kompatible Materialien, die Instandhaltung von Holz-, Marmor- und Metallelementen sowie der Malereien geplant. Darüber hinaus sollen die Außenanlagen neu gestaltet und die sichtbaren elektrischen Leitungen unterirdisch verlegt werden. Die Eingriffe in die Tragkonstruktion werden in einer anschließenden statischen Untersuchung detailliert beschrieben. Ziel ist die umfassende strukturelle, funktionelle und ästhetische Restaurierung der Kirche unter Berücksichtigung ihres historischen und architektonischen Wertes. (opm)

Foto: Griechisches Kulturministerium