Sein Name bedeutet „der Standfeste“ – und tatsächlich spiegelt sich in der Lebensgeschichte des heiligen Eustachius ein unerschütterlicher Glaube wider.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos
Gedenktag: 20. September
Götter & Gelehrte – Einst als römischer Feldherr Placidus bekannt, wurde er durch eine göttliche Vision zum Christentum bekehrt. Seine Legende, geprägt von tiefen Prüfungen, unwahrscheinlichen Wiedersehen und schließlich dem Martyrium, machte ihn zu einem der verehrten Heiligen der griechisch-orthodoxen und römisch-katholischen Kirche. Sein Gedenktag wird am 20. September gefeiert.
Die Geschichte des heiligen Eustachius beginnt im römischen Reich unter Kaiser Trajan. Als angesehener Heerführer führte Placidus seine Truppen mit Entschlossenheit und Loyalität. Doch eines Tages, während einer Jagd in den weiten Wäldern Kleinasiens, erschien ihm ein Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifix im Geweih. Eine Stimme sprach zu ihm und offenbarte sich als Christus, der ihn zum wahren Glauben rief. Tief erschüttert von dieser Erscheinung, ließ sich Placidus mit seiner Familie taufen und nahm den Namen Eustachius an.
Doch die Bekehrung brachte keine sofortige Erlösung, sondern eine Reihe harter Prüfungen. Eine Seuche raffte sein Hab und Gut dahin, Räuber überfielen seine Familie, und schließlich wurde er von seiner Frau und seinen Kindern getrennt. Mittellos und allein begann Eustachius ein neues Leben, ahnungslos, dass seine Familie ebenfalls überlebte.
Fünfzehn Jahre später, als Kaiser Hadrian einen fähigen Heerführer suchte, wurde Eustachius wieder in den militärischen Dienst gerufen. In einem erstaunlichen Zufall traf er seine inzwischen erwachsenen Söhne wieder, die selbst Soldaten geworden waren. Auch seine Frau fand er wieder – ein Wiedersehen, das als göttliches Wunder betrachtet wurde.
Doch sein Glaube wurde erneut auf die Probe gestellt. Als er sich weigerte, heidnischen Göttern zu opfern, ließ ihn Hadrian mit seiner Familie den Löwen vorwerfen. Doch anstatt sie anzugreifen, verneigten sich die Tiere ehrfurchtsvoll vor den Standhaften. Schließlich wurden sie in einen glühenden bronzenen Stier gesperrt, wo sie ihr Martyrium vollendeten – ein tragisches, aber ruhmreiches Ende ihres irdischen Lebens.
Nach seinem Tod wurde Eustachius in einer eigens errichteten Kirche geehrt. Sein Kult breitete sich rasch aus, besonders in der griechisch-orthodoxen Kirche. Bis heute wird er als Schutzpatron der Jäger und als einer der Vierzehn Nothelfer verehrt. Gläubige rufen ihn in schwierigen Zeiten an, sei es bei Verlusten oder Prüfungen des Lebens. (jk)





