Jeden Sommer stellt sich für Griechenland-Urlauber dieselbe Frage: Mietwagen, Roller oder Quad? Die Antwort hängt davon ab, welche Insel man besucht, mit wem man reist und was für einen Urlaub man sich vorstellt. Eine vierköpfige Familie auf Kreta braucht etwas völlig anderes als ein Pärchen auf Mykonos oder zwei Freunde, die Zakynthos mit kleinem Budget erkunden wollen.
Service – Griechische Inseln unterscheiden sich enorm in Größe, Gelände und Infrastruktur. Kreta erstreckt sich über 260 Kilometer von Ost nach West und hat eine richtige Autobahn. Mykonos misst gerade mal 85 Quadratkilometer mit schmalen Dorfstraßen. Korfu hat dichte Vegetation, kurvenreiche Bergstraßen im Norden und flaches Küstenland im Süden. Was auf einer Insel perfekt funktioniert, kann auf der nächsten unpraktisch oder sogar gefährlich sein.
Tipp: Fahrzeuge direkt bei lokalen Anbietern buchen. Auf den meisten griechischen Inseln sind kleine, inhabergeführte Vermietungen deutlich günstiger als internationale Ketten, und man braucht keine Kreditkarte. Hier sind drei Inseln, auf denen das besonders gut funktioniert:
Mietwagen, Roller und Quad auf Mykonos · Mietwagen auf Korfu · Mietwagen auf Zakynthos

Mietwagen auf griechischen Inseln
Ein Auto ist aus gutem Grund die Standardwahl. Es transportiert Gepäck, bewältigt lange Strecken, hat eine Klimaanlage und bietet Sicherheit auf schlecht beleuchteten Inselstraßen nach Einbruch der Dunkelheit. Wer mit Kindern reist oder jemanden dabei hat, der sich auf zwei Rädern nicht wohlfühlt, kommt um ein Auto kaum herum.
Auf größeren Inseln wie Kreta, Rhodos und Korfu ist ein Mietwagen nicht nur bequem, sondern fast unverzichtbar. Öffentliche Busse bedienen die Hauptstrecken, lassen aber die schönsten Strände, Bergdörfer und Küstentavernen aus, die diese Inseln so besonders machen. Auf Kreta dauert die Fahrt von Chania nach Elafonisi etwa 75 Minuten mit dem Auto. Mit dem Bus ist man an starre Ausflugszeiten gebunden, fährt in einem vollen Reisebus und verpasst die ruhigen Morgenstunden, bevor die Massen eintreffen. Auf Korfu gilt Ähnliches: Die schönsten Buchten im Nordosten (Kalami, Kouloura, das weiße Kliff von Loggas) erreicht man nur über schmale Serpentinen, für die es keine Busverbindung gibt.
Kleinwagen wie der Fiat Panda, Toyota Aygo oder Hyundai i10 kosten in der Nebensaison auf den meisten Inseln zwischen 10 und 20 Euro pro Tag, in der Hochsaison im Juli und August zwischen 30 und 50 Euro. Auf besonders gefragten Inseln wie Mykonos und Santorini liegen die Spitzenpreise höher, manchmal 50 bis 70 Euro für die kleinste Kategorie, wenn man spät bucht. Die Regel ist einfach: Zwei bis drei Wochen vorher reservieren, und man zahlt die Hälfte dessen, was Last-Minute-Reisende zahlen.
Die meisten lokalen Anbieter auf den griechischen Inseln liefern das Fahrzeug direkt zum Flughafen, zum Hafen oder zum Hotel, in der Regel ohne Aufpreis. Eine Kreditkarte ist fast nie erforderlich. Die Standardanforderung ist eine Debitkarte oder eine Barkaution von 100 bis 300 Euro, die bei der Rückgabe erstattet wird. Basisversicherung ist immer im Preis enthalten, und Vollkasko mit Null Selbstbeteiligung gibt es als optionalen Zuschlag für 5 bis 15 Euro pro Tag.
Das Parken ist auf den meisten Inseln unkompliziert. Strandparkplätze sind fast überall kostenlos, Hotels außerhalb der Ortszentren bieten eigene Stellplätze. Die Ausnahme sind die autofreien Altstädte: Mykonos Town (Chora), Fira auf Santorini und die Altstadt von Korfu sind für den Verkehr gesperrt. Man parkt am Rand und geht zu Fuß weiter, was selten mehr als zehn Minuten dauert.
Ein Auto ist die richtige Wahl für Familien, Gruppen ab drei Personen, Paare mit Gepäck und alle, die Komfort und Flexibilität über das Gefühl von Wind und Freiheit stellen.
Roller mieten auf griechischen Inseln
Roller sind der Inselklassiker und auf den kleineren Kykladen-Inseln oft das beliebteste Fortbewegungsmittel überhaupt. Ein 125ccm-Automatik reicht für alles, was griechische Inselstraßen zu bieten haben, und löst das eine Problem, das Autos nicht können: Parken. Man stellt einen Roller in Lücken ab, in die kein Auto jemals passen würde. Im August, wenn jeder Quadratmeter Schatten umkämpft ist, ist das ein echter Vorteil.
Ein Honda Vision 125, Kymco Like oder Piaggio Liberty kostet auf den meisten Inseln etwa 20 bis 30 Euro pro Tag und ist damit die günstigste motorisierte Option. Der Kraftstoffverbrauch ist minimal: Eine Tankfüllung kostet rund 6 Euro und reicht für drei bis vier Tage normalen Inselgebrauch. Die Lieferung erfolgt wie beim Auto zum Hotel, Hafen oder Flughafen.
Wo Roller wirklich glänzen, ist das Strand-Hopping. Auf Mykonos zum Beispiel dauert die Runde von Ornos über Platis Gialos und Paraga bis Paradise Beach auf einem Roller etwa 30 Minuten mit Stopps, wo man Lust hat. Im Auto braucht man doppelt so lang, allein wegen der Parkplatzsuche. Auf Paros, Naxos und den kleineren Kykladen ist das Bild ähnlich: Roller sind schneller, billiger und machen schlicht mehr Spaß, solange man zu zweit oder allein unterwegs ist.
Die Nachteile sind allerdings real. Roller bieten keinen Schutz vor Sonne, Wind und dem berüchtigten Meltemi, der zwischen Juli und August über die Kykladen fegt und die Nordküsten mancher Inseln in Windkanäle verwandelt. Sie sind unbequem auf Strecken über 15 bis 20 Minuten, besonders mit Beifahrer. Und wer Strandausrüstung, Einkaufstüten oder irgendetwas Sperriges transportieren will, stößt schnell an die Grenzen des kleinen Staufachs unter dem Sitz.
Man braucht einen gültigen Führerschein für die Hubraumklasse. Ein EU-Führerschein mit Klasse A1 oder AM deckt 125ccm ab. Internationale Besucher sollten einen internationalen Führerschein mitführen. Helme werden gestellt und sind gesetzlich vorgeschrieben, auch wenn die Durchsetzung auf manchen Inseln eher locker gehandhabt wird. Trotzdem: immer tragen.
Roller sind die richtige Wahl für Solo-Reisende, Paare ohne schweres Gepäck und alle, die sich auf zwei Rädern wohlfühlen und die günstigste Art suchen, eine Insel zu erkunden. Wer noch nie Roller gefahren ist, sollte es allerdings nicht ausgerechnet auf einer griechischen Insel zum ersten Mal versuchen. Die Straßen sind schmal, der Sommerverkehr ist dicht, und touristische Fahrer auf zwei und vier Rädern können unberechenbar sein.
Quad oder ATV mieten auf griechischen Inseln
Quads und ATVs sind die dritte Option und die aufregendste. Sie sitzen irgendwo zwischen Auto und Roller, was die Praktikabilität betrifft, bieten aber etwas, das keines der beiden anderen kann: Zugang zu unbefestigten Wegen und versteckten Stränden, die für normale Mietwagen zu rau sind.
Auf Zakynthos sind Quads besonders beliebt, weil einige der spektakulärsten Aussichtspunkte und Buchten der Insel über Schotterpisten erreichbar sind, die einen Fiat Panda an seine Grenzen bringen. Auf Mykonos führen die Wege zu Stränden wie Agios Sostis, Fokos und Merchia über Erdstraßen, auf denen ein Quad ohne Probleme durchkommt. Fokos mit seiner einzigen Fischtaverne und der wilden, unberührten Küste fühlt sich an wie eine völlig andere Insel als das glamouröse Chora nur 25 Minuten entfernt.
Ein Kymco MXU 310 oder CF Moto 450 kostet typischerweise 55 bis 70 Euro pro Tag, was Quads zur teuersten der drei Optionen macht. Sie sind langsamer als Autos auf asphaltierten Straßen, lauter als Roller und nicht gerade bequem über lange Distanzen. Warum mieten Leute sie trotzdem? Weil sie Orte erreichen, die sonst nicht erreichbar sind, und weil das Fahren selbst ein Erlebnis ist, das zum Urlaub gehört.
Ein normaler Klasse-B-Führerschein (der Standard-Pkw-Führerschein) wird auf den meisten griechischen Inseln für Quads unter 400ccm akzeptiert. Kein spezieller Motorradführerschein erforderlich, wobei es sich lohnt, das vorab mit dem Anbieter zu klären.
Die praktischen Nachteile: Quads haben fast keinen Stauraum, also keine Koffer oder große Einkäufe. Sie sind genauso der Sonne und dem Wind ausgesetzt wie Roller. Sie verbrauchen mehr Kraftstoff als ein Roller, wenn auch weniger als ein Auto. Und sie sind nachts nicht ideal, weil die Scheinwerfer der meisten Mietquads auf dunklen Inselstraßen bestenfalls mittelmäßig sind.
Quads sind die richtige Wahl für abenteuerlustige Paare oder Freunde, die gezielt die wilde Seite einer Insel erkunden wollen, kein Problem mit Staub haben und das Fahrzeug als Teil des Erlebnisses betrachten, nicht nur als Transport.
Kann man Fahrzeuge während des Aufenthalts wechseln?
Ja, und viele Besucher machen genau das. Ein häufiges Muster ist, für den ersten und letzten Tag ein Auto zu mieten (Flughafentransfer, Gepäck) und für die Tage dazwischen auf einen Roller oder ein Quad umzusteigen. Die meisten lokalen Anbieter sind flexibel bei gemischten Buchungen, besonders wenn man es im Voraus abspricht. Einige tauschen das Fahrzeug sogar am Hotel, ohne Aufpreis.
Welche Insel, welches Fahrzeug?
Auf den großen Inseln (Kreta, Rhodos, Korfu) ist ein Auto fast immer die beste Wahl, einfach wegen der Entfernungen. Auf den mittleren Kykladen-Inseln (Mykonos, Paros, Naxos) funktionieren alle drei Optionen, je nach Reisestil. Auf Santorini ist ein kleines Auto oder ein Quad sinnvoller als ein Roller, weil die Straßen steil sind und der Wind auf den Höhenlagen stark bläst. Auf Zakynthos sind Quads besonders beliebt für die Westküste mit ihren dramatischen Klippen und Schotterpisten.
Egal welches Fahrzeug: Vorher die Google-Bewertungen des Anbieters prüfen. Die besten lokalen Vermietungen tragen Hunderte verifizierter Rezensionen mit Bewertungen über 4,5 Sternen. Das sagt mehr als jeder Markenname an einem Flughafenschalter. (opm)




