Waldbrände in Griechenland: Einsatzkräfte kämpfen weiter gegen die Flammen

Auch am Montagmorgen ist die Lage in den Waldbrandgebieten Griechenlands weiterhin angespannt.
Von HB-Redakteur Dietmar Thelen

Aktuell – Zwar konnten die Einsatzkräfte in der Nacht einzelne Brandherde eindämmen, von einer Entwarnung kann jedoch keine Rede sein. Besonders westlich der Hauptstadt Athen sowie auf den Inseln Kreta und Paros bleiben Feuerwehr und Katastrophenschutz in höchster Alarmbereitschaft. Starke Winde erschweren die Löscharbeiten und lassen immer wieder neue Glutnester aufflammen.

Im Mittelpunkt der Einsatzkräfte steht weiterhin die Region um Megara, rund 40 Kilometer westlich von Athen. Dort haben die Flammen in den vergangenen Tagen Tausende Hektar Wald- und Buschland zerstört. Das Feuer fraß sich stellenweise bis an Wohngebiete heran und zwang zahlreiche Einwohner zur Evakuierung. Auch in den frühen Morgenstunden waren Löschmannschaften damit beschäftigt, Brandherde zu sichern, bevor die steigenden Temperaturen und der aufkommende Wind die Lage erneut verschärfen können.

Nach Angaben der griechischen Feuerwehr waren in den vergangenen Tagen Hunderte Feuerwehrleute mit Dutzenden Löschfahrzeugen sowie zahlreichen Löschflugzeugen und Hubschraubern im Einsatz. Besonders problematisch sind die starken Windböen, die nicht nur die Ausbreitung der Flammen beschleunigen, sondern zeitweise auch den Einsatz der Löschflugzeuge erheblich einschränken. Bereits innerhalb von 24 Stunden registrierten die Behörden landesweit mehr als 50 neue Brände … ein deutliches Zeichen dafür, wie kritisch die Lage derzeit ist.

Die vergangenen Tage waren für viele Menschen von Unsicherheit geprägt. Mehrere Ortschaften mussten vorsorglich geräumt werden. Über das griechische Warnsystem 112 erhielten Einwohner und Touristen Evakuierungsanweisungen direkt auf ihre Mobiltelefone. In einigen Küstenorten brachte die Küstenwache Menschen über das Meer in Sicherheit, nachdem Straßen durch Rauch und Flammen unpassierbar geworden waren. Mehrere Wohnhäuser wurden zerstört oder schwer beschädigt.

Auch auf Kreta bleibt die Situation angespannt. Dort gelang es den Einsatzkräften zwar, größere Brandfronten teilweise einzudämmen, doch auffrischender Wind sorgt immer wieder für Rückschläge. Auf der Insel Paros, wo bereits Ende vergangener Woche mehrere Dörfer evakuiert werden mussten, überwachen Feuerwehr und Zivilschutz weiterhin zahlreiche Glutnester, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.

Überschattet wurden die Einsätze am Wochenende von einem schweren Hubschrauberunglück westlich von Athen. Während eines Löscheinsatzes kollidierten zwei Löschhubschrauber. Nach griechischen Medienberichten kamen dabei zwei Piloten ums Leben. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an. Der Vorfall verdeutlicht die enormen Risiken, denen die Einsatzkräfte bei der Bekämpfung der Großbrände täglich ausgesetzt sind.

Die größte Sorge der Behörden gilt weiterhin den Wetterbedingungen. Für weite Teile Griechenlands besteht nach wie vor eine sehr hohe bis extreme Waldbrandgefahr. Meteorologen erwarten auch in den kommenden Tagen trockene Luftmassen, hohe Temperaturen und kräftige Winde. Gerade der sommerliche Meltemi, der mit starken Böen über die Ägäis zieht, kann Brände innerhalb kürzester Zeit wieder anfachen oder neue Feuer entstehen lassen.

Obwohl Griechenland in diesem Jahr zunächst von den extremen Hitzewellen der Vorjahre verschont geblieben war, hat sich die Lage innerhalb weniger Tage grundlegend verändert. Die Kombination aus ausgetrockneter Vegetation, hohen Temperaturen und starkem Wind hat das Land erneut in eine kritische Waldbrandsituation geführt. Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass solche Wetterlagen durch den Klimawandel häufiger und intensiver auftreten und die Waldbrandsaison im Mittelmeerraum zunehmend verlängern.

Für die Menschen in den betroffenen Regionen bleibt die Hoffnung auf eine Wetterberuhigung. Denn erst wenn der Wind nachlässt und die Temperaturen sinken, können die Einsatzkräfte die Brände nachhaltig unter Kontrolle bringen. Bis dahin dürfte Griechenland auch in den kommenden Tagen im Ausnahmezustand bleiben. (dt)

Foto: Hellas-Bote