Waldbrand in Attika breitet sich unter starkem Wind aus

Ein Waldbrand im Osten Attikas hält die griechischen Einsatzkräfte am Montag weiter in Atem.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris

Athen – Nicht die Nähe zu den Häusern, sondern das schwer zugängliche Bergland stellt die Feuerwehr bei dem Waldbrand im Osten Attikas inzwischen vor die größte Herausforderung. Oberhalb von Kouvaras hat sich die Feuerfront in Richtung eines Gebirgskamms verlagert. Dort erschweren steile Hänge und eine Schlucht den Einsatz von Löschfahrzeugen. Gleichzeitig treiben kräftige Winde die Flammen weiter über das Gelände.

Nach Angaben der Feuerwehr werden in dem Gebiet Windgeschwindigkeiten der Stärke 7 registriert, mit Böen von mehr als 50 Kilometern je Stunde. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte dem griechischen Fernsehsender ERT, die Flammen hätten inzwischen eine Schlucht erreicht. Gerade in diesem Abschnitt können die Einsatzkräfte am Boden nur eingeschränkt eingreifen. Die Brandbekämpfung aus der Luft gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung.

Sieben Hubschrauber sind derzeit im Einsatz, einer davon zur Koordinierung der gesamten Luftoperation. Hinzu kommen zwei Löschflugzeuge. Mit ihrer Hilfe versuchen die Einsatzkräfte, die Ausbreitung des Feuers in dem unwegsamen Gelände einzudämmen. Die Gemeinde Saronikos unterstützt den Einsatz außerdem mit Wassertankern.

Für die Bewohner der betroffenen Ortschaften hatte sich die Lage am Montagmorgen zeitweise deutlich zugespitzt. Besonders Agios Stylianos geriet in den Blick der Einsatzkräfte, nachdem sich die Flammen den bewohnten Bereichen genähert hatten. Die Veränderung der Brandrichtung bedeutet allerdings keine Entspannung für die Feuerwehr. Nach aktueller Einschätzung liegt der schwierigste Abschnitt nun an den höher gelegenen Hängen. Dort könnten die Einsatzfahrzeuge wegen der Geländeverhältnisse nicht eingesetzt werden. Die Löschflugzeuge seien deshalb die wichtigste Möglichkeit, die Flammen in diesem Bereich zu bekämpfen.

Bereits am frühen Montag hatte der Zivilschutz zweimal über das griechische Notrufsystem 112 Notfallwarnungen verschickt. Die Warnungen erfolgten zu einem Zeitpunkt, als sich die Situation in den betroffenen Gebieten noch dynamisch entwickelte und die Flammen auch bewohnte Bereiche gefährdeten. Unter den ersten Schäden, die von der Feuerwehr gemeldet wurden, befinden sich zwei Geschäftsgebäude am Rand von Agios Stylianos. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist und ob weitere Gebäude betroffen sind, lässt sich nach Angaben der Einsatzkräfte erst zuverlässig feststellen, wenn die Flammen unter Kontrolle gebracht worden sind.

Entscheidend für den weiteren Verlauf bleiben die Windverhältnisse. Die kräftigen Böen können die Flammen beschleunigen und die Brandentwicklung kurzfristig verändern. Während sich die Hauptfront nach Osten und damit zunächst weg von den Wohngebieten bewegt hat, konzentrieren sich die Löscharbeiten nun vor allem auf die schwer erreichbaren Bereiche entlang des Gebirgskamms und in der Schlucht. (pv)

Foto: Hellas-Bote