Am 4. November gedenkt die griechisch-orthodoxe Kirche des heiligen Georgios Karslidis, eines außergewöhnlichen Mönchs und Bekenner des Glaubens. Sein Leben war geprägt von tiefem Gebet, Wundern und unerschütterlicher Standhaftigkeit in Zeiten der Verfolgung. In einer Epoche der politischen Umbrüche bewahrte er seine geistliche Reinheit und diente als Wegweiser für unzählige Gläubige.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos
Gedenktag: 4. November
Götter & Gelehrte – Geboren im Jahr 1901 in Argyroupolis im Pontos-Gebiet, musste der junge Athanasios – so sein Taufname – früh den Verlust seiner Eltern verkraften. Bereits als Kind zeigte er eine tiefe Religiosität und eine außergewöhnliche Gabe des Gebets. Sein Weg führte ihn nach Georgien, wo er unter der Obhut eines Priesters zum Mönch heranwuchs und den Namen Symeon erhielt.
Während der kommunistischen Verfolgungen wurde er inhaftiert, gefoltert und sogar zum Tode verurteilt – doch durch eine göttliche Fügung überlebte er. Schließlich fand er Zuflucht in Griechenland, wo er im Dorf Taxiarches in der Region Drama das Kloster Moni Analipseos Sotiros gründete. Hier wirkte er als geistlicher Vater für zahlreiche Gläubige, die von seiner tiefen Frömmigkeit und seinen spirituellen Gaben angezogen wurden.
Georgios Karslidis galt als Mann der Gnade und Wunder. Ihm wurden Hellsichtigkeit, die Gabe der Geisterunterscheidung und sogar Levitation während des Gebets nachgesagt. Er hatte Visionen, durch die er das Schicksal der Menschen vorausahnte, und warnte vor kommenden Kriegen. Besonders bemerkenswert ist sein Martyrium während der bulgarischen Besatzung, als er erneut zum Tode verurteilt wurde – doch seine Gelassenheit und sein unerschütterlicher Glaube ließen seine Peiniger vor Angst fliehen.
Georgios Karslidis verstarb am 4. November 1959, doch sein Wirken blieb unvergessen. Seine Reliquien werden im von ihm gegründeten Kloster verehrt, sein Schädel trägt ein kreuzförmiges Mal, das als Zeichen der göttlichen Auserwählung gedeutet wird. Am 2. November 2008 wurde er offiziell heilig gesprochen, und sein Gedenktag wird seither jährlich am 4. November gefeiert. Heute zieht sein Kloster Pilger aus aller Welt an, die Trost und geistliche Führung suchen. (jk)




