Zwei Seelen, ein Herz: Thessaloniki feiert Befreiung und Schutz

Thessaloniki beginnt heute einen Tag von doppelter Bedeutung und tiefer Symbolkraft: den 114. Jahrestag seiner Befreiung von der osmanischen Herrschaft und das Fest des heiligen Dimitrios, seines Schutzpatrons. Der 26. Oktober 1912 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Stadt – nach Jahrhunderten osmanischer Herrschaft kehrte sie wieder nach Griechenland zurück und stärkte die kulturelle und spirituelle Identität des griechischen Volkes.
Von HB-Redakteurin Soula Dimitriou

Aktuell/Geschichte – Am Morgen des 26. Oktober 1912 unterzeichnete Hassan Tahsin Pascha, Kommandeur des 8. türkischen Armeekorps, das Übergabeprotokoll, das Thessaloniki an die griechischen Truppen übergab. Die griechische Armee unter Kronprinz Konstantin marschierte kurz darauf triumphierend in die Stadt ein. Diese frühe Eroberung der strategisch wichtigen Hafenstadt war von unschätzbarer Bedeutung für Griechenland und ein lang ersehnter Sieg im Ersten Balkankrieg. Die bulgarische Armee, die nur einen Tag später ankam, musste mit leeren Händen abziehen – die Stadt war bereits offiziell griechisch.

Das heutige Thessaloniki trägt dieses historische Erbe mit Stolz. Auch seine Wurzeln reichen tief: 315 v. Chr. von König Kassandros gegründet und nach dessen Frau Thessaloniki – der Schwester Alexander des Großen – benannt, wurde die Stadt als Symbol des Mutes und Zusammenhalts bekannt. Thessaloniki erlebte im Verlauf der Jahrhunderte Kämpfe zahlreiche und Widerstände und wurde zu einem Symbol des griechischen Freiheitswillens, der sich nicht nur in den Unabhängigkeitskriegen, sondern auch in der Befreiung im Jahr 1912 zeigte.

In den ersten Monaten nach der Befreiung verwandelte sich Thessaloniki: Griechen, die seit Generationen von diesem Tag geträumt hatten, schmückten die Stadt mit Fahnen, entfernten osmanischen Symbolen und erweckten Kirchen und Traditionen wieder zum Leben. Heute, mehr als ein Jahrhundert später, erinnern die Feierlichkeiten an diese Rückkehr zu Freiheit und Kultur. Kirchenmessen, Paraden und Festlichkeiten füllen die Straßen, während der Name Dimitrios in der Höhe gehalten wird – ein Heiliger, dessen Schutz und Segen für die Stadt seit jeher verehrt wird.

Diese doppelte Feier vereint Thessalonikis Vergangenheit und Gegenwart, Geist und Stolz und erinnert die Bürger an ihre Wurzeln. Ein Tag, an dem Thessaloniki nicht nur seine Freiheit, sondern auch die Beständigkeit seines Glaubens feiert. (sd)

Foto: Hellas-Bote

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