Zikaden, wissenschaftlich als Auchenorrhyncha bezeichnet, gehören zu den faszinierendsten Insekten, die durch ihre charakteristischen Zirplaute und ihre vielfältigen Lebensräume die Natur bereichern.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Mit über 45.000 bekannten Arten weltweit sind Zikaden auf nahezu allen Kontinenten anzutreffen. Dabei spielen sie nicht nur eine wesentliche Rolle in der Ökologie, sondern sind auch aufgrund ihrer Fähigkeit, lautstarke Töne zu erzeugen, einzigartig unter den Insekten. In Griechenland sind diese Tiere besonders bekannt und geschätzt, vor allem die Singzikade, die in den warmen Sommermonaten mit ihrem unverwechselbaren Gesang die Landschaften füllen. Aber Zikaden sind weit mehr als nur musikalische Insekten – sie zeigen eine enorme Vielfalt an Gestalt, Lebensweise und Bedeutung in der Natur.

Zikaden werden in zwei große Unterordnungen eingeteilt: die Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha) und die Rundkopfzikaden (Cicadomorpha). Diese beiden Gruppen unterscheiden sich nicht nur durch die Form ihres Kopfes, sondern auch in ihren Lebensweisen und Nahrungspräferenzen.
- Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha): Diese Zikadenart hat einen markant spitz zulaufenden Kopf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und sind häufig in offenen Landschaften zu finden. Einer ihrer bekanntesten Vertreter ist die tropische Fulgora laternaria, die aufgrund ihres auffälligen Kopfes und ihrer leuchtenden Farben auffällt.
- Rundkopfzikaden (Cicadomorpha): Die Rundkopfzikaden haben einen eher stumpfen Kopf und bevorzugen Kräuter- und Laubgehölze als Nahrungsquelle. Sie sind in vielen Teilen der Welt, einschließlich Griechenland, weit verbreitet. Eine in Griechenland häufig vorkommende Kunst ist die Mannazikade (Cicada orni), die durch ihre lautstarken Rufe und ihre Tarnung auf Baumrinden bekannt ist.
Zikaden leben in einer beeindruckenden Vielfalt an Lebensräumen, von entwickelten Regenwäldern bis hin zu alpinen Hochgebirgen. Sie bevorzugen warme und sonnige Gegenden, weshalb sie in Griechenland besonders häufig vorkommen. Vor allem die Küstenregionen und bewaldeten Gebiete der griechischen Inseln bieten ideale Bedingungen für Zikadenarten wie die Cicada orni und andere Singzikaden.

In Griechenland sind Zikaden in den trockenen Wäldern, auf Olivenplantagen und in Pinienhainen weit verbreitet. Die klimatischen Bedingungen des Mittelmeerraums, insbesondere der heiße Sommer, begünstigen die Verbreitung und Aktivität dieser Insekten. Während der Sommermonate erfüllen die Männchen die griechische Landschaft mit ihrem zirpenden Gesang, um Weibchen anzulocken und Territorien abzugrenzen.
Zikaden vollziehen eine unvollständige Verwandlung, bei der sich aus dem Ei über mehrere Larvenstadien ein ausgewachsenes Insekt entwickelt. Besonders bemerkenswert sind die Lebenszyklen der Singzikaden in den USA, bei denen einige Arten bis zu 17 Jahre als Larven im Boden zurückbleiben, bevor sie als erwachsene Zikaden schlüpfen.
In Griechenland durchliefen Zikaden ebenfalls einen mehrjährigen Zyklus, wobei die genauen Zeitspannen je nach Art variieren. Die Männchen sind für ihren markanten Gesang bekannt, der mit Hilfe eines speziellen Trommelorgans am Hinterleib erzeugt wird. Dieser Gesang ist ein wichtiges Signal bei der Partnerwahl und der Verteidigung von Territorien.
Zikaden spielen eine entscheidende Rolle in den Ökosystemen. Sie beeinflussen durch ihre Nahrungsaufnahme die Pflanzenwelt und dienen als wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere, darunter Vögel, Spinnen und andere Insekten. Gleichzeitig sind Zikaden nützliche Indikatoren für den Zustand eines Lebensraums, da sie empfindlich auf Veränderungen in der Vegetation und dem Mikroklima reagieren.
Allerdings sind Zikaden in einigen Regionen gefährdet, insbesondere durch den Verlust ihrer natürlichen Lebensräume. Intensive Landwirtschaft und Klimaveränderungen haben zu einer Vielzahl von Zikadenarten geführt. In Griechenland sind einige Arten ebenfalls von diesen Entwicklungen betroffen, obwohl die dortige Biodiversität weiterhin eine Vielzahl von Zikadenarten beheimatet. (pv)





