Korinth 146 v. Chr.: Als die Römer Griechenlands Herz eroberten

Die Sonne brannte heiß über der antiken Stadt Korinth, als im Jahr 146 v. Chr. die römischen Legionen unter Lucius Mummius anrückten, entschlossen, das Herz Griechenlands zu erobern.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris

Geschichte – Die Schlacht von Korinth, auch bekannt als Schlacht von Leukapetra, sollte nicht nur den Achäischen Krieg beenden, sondern auch das Schicksal einer der bedeutendsten Städte der Antike besiegeln. Korinth, lange ein Zentrum von Handel, Kunst und Kultur, war die Hauptstadt des Achäischen Bundes und der letzte Widerstandspunkt gegen die unaufhaltsame Macht der Römischen Republik.

Die Spannungen zwischen Rom und Achaia hatten sich über Jahrzehnte aufgebaut, entzündet durch den Versuch der Achäer, Sparta in den Bund einzugliedern, und durch das wachsende Streben Roms nach Expansion. Während Historiker wie Cassius Dio die Achäer als kriegslüstern schildern, weisen andere Quellen auf diplomatisches Versagen und politischen Druck in beiden Lagern hin. Rom hatte bereits zuvor mit erfolgreichen Feldzügen in Makedonien und Böotien seinen militärischen Einfluss gesichert, und die vernichtende Niederlage der Achäer bei Scarpheia ließ die Städte Griechenlands in Panik geraten. Nur Korinth und wenige andere Orte setzten unter ihrem Strategen Diaios auf Widerstand, trotz der Aussichtslosigkeit ihrer Lage.

Die Römer marschierten mit einem Heer von 23.000 Infanteristen und 3.500 Reitern auf, unterstützt von kretischen und pergamenischen Verbündeten, während Diaios etwa 14.000 Infanteristen und 600 Reiter zur Verteidigung aufstellte. Ein nächtlicher Angriff der Achäer auf die vernachlässigten römischen Vorposten brachte zunächst einen kleinen Erfolg, doch schon am nächsten Tag sollte die Entscheidung fallen. Die zahlenmäßig überlegene römische Kavallerie und eine gezielt eingesetzte Eliteeinheit von 1.000 Infanteristen brachen die achäische Infanterie und führten zu einer chaotischen Flucht innerhalb der Stadtmauern. Diaios selbst floh nach Arkadien und beging Suizid, während die überlebenden Korinther die Hoffnung auf Widerstand verloren.

Die Rache der Römer folgte schnell und gnadenlos: Drei Tage nach der Schlacht zogen sie in die Stadt ein, töteten alle Männer, versklavten Frauen und Kinder und zerstörten Korinth vollständig. Die Stadt wurde geplündert, ihre Schätze und Kunstwerke nach Italien verschleppt. Historische Quellen berichten unterschiedlich über Mummius’ Verhalten; während einige seine Integrität loben, zeigen andere, dass römische Soldaten Kunstwerke wie Unterhaltung behandelten, wodurch wertvolle Stücke unwiederbringlich beschädigt wurden. Dennoch markierte die Plünderung Korinths eine entscheidende Phase der kulturellen Verbindung zwischen Griechenland und Rom, denn zahlreiche griechische Kunstwerke gelangten nun in die römische Welt und prägten die Entwicklung der römisch-griechischen Kultur nachhaltig.

Die Folgen waren weitreichend: Der Achäische Bund wurde aufgelöst, Griechenland in die römische Provinz Makedonien eingegliedert, und die direkte Kontrolle Roms über das Festland etabliert. Korinth selbst blieb für über ein Jahrhundert weitgehend verlassen, erst Julius Caesar gründete die Stadt 44 v. Chr. als Colonia Laus Iulia Corinthiensis neu und gab ihr einen Teil ihres früheren Glanzes zurück. Die Schlacht von Korinth und die darauffolgende Zerstörung der Stadt hinterließen eine bleibende Erinnerung an die Macht Roms und die Tragik einer der bedeutendsten Kulturen der Antike. (pv)

Der letzte Tag von Korinth, Tony Robert-Fleury (1870) Foto: Sailko, CC BY 3.0, wikimedia.org