Korallen – farbenfrohe, lebendige Strukturen, die Meereswelten prägen – sind nicht nur beeindruckende Unterwasserbewohner, sondern auch essenziell für das Ökosystem der Ozeane. Diese sitzenden, koloniebildenden Nesseltiere spielen eine bedeutende Rolle in der Bildung von Riffen und der Bereitstellung eines Lebensraums für zahlreiche Meeresorganismen. Besonders in Griechenland, das für seine vielfältige Unterwasserlandschaft bekannt ist, tragen Korallen zum ökologischen Gleichgewicht und dem wirtschaftlichen Nutzen durch den Tourismus bei.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Korallen lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen, die sich durch ihre Biologie und Lebensweise unterscheiden. Die bekanntesten Vertreter sind die Steinkorallen (Scleractinia), die als Hauptakteure bei der Riffbildung gelten. Diese Korallenarten bauen ihre Kalkskelette aus Aragonit, was zur Entstehung großer Riffstrukturen führt. Zu den weiteren eindrucksvollen Gruppen gehören die Oktokorallen (Octocorallia), zu denen Weich- und Lederkorallen sowie die farbenprächtigen Gorgonien zählen. Eine kleinere Gruppe bilden die Schwarzen Korallen (Antipatharia), die mit etwa 235 Arten eher selten sind.
Neben den entwickelten Korallen, die in warmen, flachen Gewässern leben, gibt es auch Kaltwasserkorallen. Diese Tiefseekorallen, wie zum Beispiel die Lophelia pertusa, liegen in kühleren, nährstoffreichen Tiefen und sind in allen Ozeanen der Welt zu finden, einschließlich des Mittelmeers. Sie sind besonders widerstandsfähig und ernähren sich ausschließlich durch das Filtrieren von Plankton.
Auch wenn Griechenland vor allem für seine historischen Stätten und kristallklaren Strände bekannt ist, birgt es unter der Meeresoberfläche eine beeindruckende Vielfalt an Korallenarten. Besonders die Ägäis und das Ionische Meer beherbergen verschiedene Korallenarten, darunter auch die begehrte Rote Koralle (Corallium rubrum), die seit Jahrhunderten in der Schmuckherstellung Verwendung findet. Diese Korallenart, die durch ihre leuchtend rote Färbung besticht, hat eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für Griechenland, da sie neben ihrer ästhetischen Schönheit auch als Symbol für Schutz und Heilung gilt.
Die griechischen Meere bieten nicht nur einen Lebensraum für tropische Korallenarten, sondern auch für die widerstandsfähigeren Kaltwasserkorallen. Besonders in den tieferen Gewässern rund um die griechischen Inseln finden sich diese Korallenarten, die ein wichtiger Lebensraum für viele Fischarten sind und eine große biologische Vielfalt unterstützen.
Trotz ihrer Schönheit und ökologischen Bedeutung sind Korallen weltweit und auch in Griechenland bedroht. Die steigenden Meerestemperaturen durch den Klimawandel führen vermehrt zu Korallenbleiche, bei der die Korallen ihre symbiotischen Algen, die für ihre Farbenpracht und Nährstoffversorgung verantwortlich sind, abstoßen. Auch die Versauerung der Ozeane durch den steigenden CO₂-Gehalt hemmt die Bildung von Korallenskeletten, was langfristig das Überleben vieler Korallenarten gefährdet.
Glücklicherweise gibt es in Griechenland zahlreiche Schutzbemühungen. Nationalparks, wie der Meeresnationalpark von Zakynthos, setzen sich aktiv für den Schutz der Korallenriffe ein. Darüber hinaus tragen Projekte zur Wiederherstellung von Riffen und die Einschränkung des Fischfangs in bestimmten Gebieten dazu bei, die Korallenpopulation zu erhalten. (pv)





