In den felsigen Höhen der Ägäis und darüber hinaus hallt der unverwechselbare Ruf des Chukarhuhns (Alectoris chukar) durch die Schluchten – ein melodisches „tschukar-tschukar“, das die Natur widerspiegelt.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Diese faszinierende Vogelart gehört zur Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und zeichnet sich durch ihre bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und kulturelle Bedeutung aus. Vom Balkan bis nach Nordchina erstreckt sich ihr Lebensraum, doch insbesondere in Griechenland, mit seinen zerklüfteten Gebirgslandschaften, ist das Chukarhuhn ein Symbol für Wildheit, Tradition und Naturschönheit.
Das Chukarhuhn ist ein mittelgroßer Hühnervogel, der durch seine leuchtend roten Beine, den roten Schnabel und die markante Gesichtszeichnung mit einem schwarzen Band, das die Augen umrahmt, besticht. Der Oberkörper des Vogels ist von einem eleganten weinroten bis aschgrauen Gefieder bedeckt, das ihn gut in seiner felsigen Umgebung tarnt. Diese elegante Erscheinung macht das Chukarhuhn zu einem begehrten Jagdwild, doch sein Charme liegt nicht nur in seinem Aussehen.
In Griechenland und auf den ägäischen Inseln findet man die Unterart Alectoris chukar cypriotex , die vor allem in steinigen, gebirgigen Regionen beheimatet ist. Während die Küken in rahmweißer Daunenpracht schlüpfen, wachsen sie schnell zu prächtigen, ausgewachsenen Vögeln heran, die sich durch ihre hohe ökologische Anpassungsfähigkeit auszeichnen.
Das Chukarhuhn hat ein beeindruckend großes Verbreitungsgebiet. Es bewohnt die Gebirgszüge vom Balkan, durch Kleinasien, bis nach Zentralasien und Nordchina. In Griechenland ist es vor allem in den zerklüfteten Gebieten der Rhodopen, auf den ägäischen Inseln wie Kreta und Rhodos sowie in den südlichen Gebirgen des Festlandes zu finden.

Sein bevorzugter Lebensraum sind felsige Hänge und Geröllfelder, wo das Chukarhuhn in Höhenlagen von bis zu 2000 Metern lebt. Dabei ist es häufig in der Nähe von Wasserquellen wie Gebirgsbächen oder Quellen anzutreffen, denn auch diese Wildvögel müssen ihren Wasserbedarf decken. Die Gebirgsregionen Griechenlands bieten perfekte Bedingungen für diese widerstandsfähige Vogelart, die sich mühelos zwischen karger Felsenlandschaft und offenen Grasflächen bewegt.
In Griechenland und anderen südlichen Ländern hat das Chukarhuhn auch einen kulturellen Stellenwert. Es gilt nicht nur als geschätztes Jagdwild, sondern wird in einigen Regionen sogar als Nutztier gehalten. Seine Zähmung und die Nähe zum Menschen haben dem Chukarhuhn in manchen Kulturen den Status eines Haustiers eingebracht. Besonders in Griechenland und der Türkei wird dem Vogel eine besondere Symbolik zugeschrieben. Man glaubt, dass das Halten eines Chukarhuhns Schutz vor Zauberei bietet – eine Legende, die tief in den Volksglauben verwurzelt ist.
Zudem werden die Tiere wegen ihrer wohlschmeckenden Eier und ihres Fleisches gezüchtet. Ihr angenehmer Gesang und ihre Treue gegenüber ihren Haltern machen sie auch zu beliebten Haustieren, die in engen, kegelförmigen Käfigen gehalten werden.
Chukarhühner leben hauptsächlich in Trupps, die sich außerhalb der Brutzeit bilden. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Pflanzen – sie reißen Früchte und grüne Pflanzenteile ab, graben Zwiebeln aus oder scharren diese mit den Füßen frei. Besonders in den Sommermonaten von Juli bis September suchen Sie regelmäßig Wasserstellen auf. Im Winter sind sie jedoch auf Schnee angewiesen, um ihren Wasserbedarf zu decken.
Im Flug legen Chukarhühner nur kurze Strecken zurück, die maximal bis zu zwei Kilometer betragen können. Sie bevorzugen es, sich am Boden fortzubewegen und nur bei plötzlicher Gefahr zu fliegen. Ihre charakteristischen Fluggeräusche dienen dabei vermutlich dazu, Bodenfeinde zu erschrecken. (pv)





