Die Geschichte des Heiligen Georg von Ioannina bewegt bis heute die Gläubigen der griechisch-orthodoxen Kirche. Am 17. Januar gedenkt die Kirche jedes Jahr dieses außergewöhnlichen Mannes, der im 19. Jahrhundert sein Leben für seinen christlichen Glauben hingab.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos
Gedenktag: 17. Januar
Götter & Gelehrte – Georg wurde im Jahr 1808 in dem kleinen Dorf Tsourchli, dem heutigen Ágios Georgios nahe Grevena, geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern zog der achtjährige Junge nach Ioannina, um dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er fand Arbeit als Gehilfe eines türkischen Offiziers und wurde später als Janitschar zwangsrekrutiert – eine Praxis, bei der christliche Jungen von den osmanischen Herrschern in die Armee aufgenommen und islamisiert wurden.
Doch Georg bewahrte heimlich seinen christlichen Glauben. Trotz der äußeren Anpassung an sein neues Leben als Pferdepfleger unter dem Namen Giaour Hasan blieb er innerlich ein treuer Anhänger Christi. Als er im Jahr 1836 seine Verlobte Eleni heiratete und eine Familie gründete, wurde sein Glaube zunehmend öffentlich sichtbar. Sein Sohn Johannes wurde am 7. Januar 1838 nach christlicher Tradition getauft, ein mutiger Akt in einer Zeit, in der der Übertritt eines Janitscharen zum Christentum als todeswürdiges Verbrechen galt.
Die Offenbarung seiner christlichen Identität führte zu brutalen Repressalien. Georg wurde verhaftet und grausamen Folterungen unterzogen: Man verbrannte ihn mit heißem Öl und Wachs, durchbohrte seine Fingernägel mit Nadeln und legte schwere Steine auf seine Brust. Doch nichts konnte ihn von seinem Glauben abbringen. Seine standhafte Weigerung, dem Christentum abzuschwören, besiegelte sein Schicksal. Am 17. Januar 1838 wurde er am Burgtor von Ioannina öffentlich gehängt. Selbst im Angesicht des Todes bekundete er seine Hingabe an Christus und bekreuzigte sich ein letztes Mal.
Drei Tage lang hing sein Leichnam zur Abschreckung am Galgen, doch er zeigte keine Anzeichen der Verwesung. Dieses Wunder beeindruckte selbst die türkischen Machthaber. Schließlich erwarb der Metropolit von Ioannina Georgs Körper und ließ ihn ehrenvoll bestatten. Bald darauf wurde von Wundern an seinem Grab berichtet.
Bereits ein Jahr nach seinem Martyrium, am 19. September 1839, sprach das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel Georg offiziell heilig. Sein Gedenktag wurde auf den 17. Januar festgelegt, während am 26. Oktober an die Erhebung seiner Gebeine erinnert wird.
Heute wird der Heilige Georg von Ioannina als Schutzpatron der Stadt verehrt. In der Metropolitankirche von Ioannina ruhen seine Reliquien, und eine neben der Kirche errichtete Kapelle ehrt sein Andenken. Sein ehemaliges Wohnhaus dient heute als Gedenkstätte und ist täglich für Besucher geöffnet. (jk)





