Die Alte Festung von Korfu erhebt sich stolz über die Stadt Korfu, ein imposantes Zeugnis venezianischer Wehrkunst und ungebrochener Verteidigungskraft. Eingebettet zwischen dem Golf von Kerkyra im Norden und der Bucht von Garitsa im Süden, diente die Festung einst als Lebensader und Schutzwall der Bevölkerung. Seit der byzantinischen Epoche bekannt sich die Altstadt auf diesem Vorgebirge, und die venezianischen Verteidiger machen die Festung zum Symbol des Widerstandes gegen zahlreiche osmanische Belagerungen.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou
Reisen/Korfu – Um das Fort zu verstärken, legen die Venezianer den berühmten Contrafossa-Graben an, die Festung verwandelt sich in eine schwer zugängliche Insel und die Stadt Korfu verlieh einen uneinnehmbaren Schutzschild. Die Contrafossa verbindet den Golf von Kerkyra mit der Bucht von Garitsa und ermöglicht bis heute eine sichere Anbindung zur Stadt über die nun feste Brücke.
Im Verlauf ihrer Geschichte widerstand die Festung drei Großangriffen des Osmanischen Reiches – der Belagerung von 1537, einem weiteren Angriff 1571 und schließlich der zweiten großen Belagerung von 1716. Letzteres wird oft als Wendepunkt beschrieben: Der venezianische Graf Johann Matthias von der Schulenburg führte die Verteidigung an und entging nur knapp dem Fall durch die strategische und tapfere Verteidigung gegen das übermächtige osmanische Heer. Der Sieg inspirierte die Venezianer dazu, die Stadtbefestigung weiter zu stärken.

Einer der dunkelsten Momente in der Geschichte der Festung ereignete sich 1718, als ein Blitz in das Pulvermagazin der Festung einschlug. Die Explosion war verheerend, zerstörte große Teile der Burg und kostete Hunderte Menschen das Leben, darunter auch den venezianischen Kommandanten Andrea Pisani. Die Festung wurde anschließend wieder aufgebaut und die Verteidigung durch die Errichtung zweier weiterer Festungen auf den nahegelegenen Hügeln verstärkt.
Die Festung von Korfu erlebte in den folgenden Jahrhunderten verschiedene Epochen und Beeinflussungen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden sie von den deutschen Besatzern genutzt, um die jüdische Bevölkerung Korfus zu internieren, bevor diese deportiert wurde. Heute jedoch erfüllt die Alte Festung neue, friedlichere Zwecke. Sie beaufsichtigt die Bibliothek von Korfu, dient der Ionischen Universität als Musikforschungslabor und wird als Veranstaltungsort für Kunst- und Kulturausstellungen genutzt.
Die Alte Festung von Korfu ist nicht nur ein militärisches Monument, sondern ein lebendiges Zeugnis für die kulturelle und geschichtliche Vielfalt der Insel. Sie vereint Erinnerungen an eine heldenhafte Verteidigung, an Katastrophen und an das unermüdliche Streben nach Wissen und Frieden. Heute zieht die Festung Besucher aus aller Welt an, die sich in ihrer stillen Majestät und geschichtlichen Tiefe verlieren können – eine Wacht, die Jahrhunderte überdauerte und als Symbol der Stadt Korfu weiterlebt. (mv)





