Streik in Volos: Kritik an befristeten Arbeitsverhältnissen wächst

Der von der Dachgewerkschaft ADEDY ausgerufene 24-stündige Streik der Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat in Magnesia am gestrigen Mittwoch nur eine begrenzte Resonanz gefunden.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou

Volos – Auf dem Panepistimiou-Platz versammelten sich am Mittwoch nur rund 50 Streikende, die später durch das Zentrum von Volos zogen. Unter ihnen befanden sich auch befristet Beschäftigte aus EU-finanzierten Programmen der Stadt Volos. Die Beteiligung blieb damit deutlich hinter den Erwartungen der Gewerkschaft zurück.

Im Mittelpunkt der Kundgebung standen erneut die seit Langem erhobenen Forderungen nach der Rückkehr des 13. und 14. Monatsgehalts, nach spürbaren Lohnerhöhungen sowie nach mehr dauerhaften Stellen im öffentlichen Dienst. Nach Angaben der Organisatoren sei die Mobilisierung zwar kleiner ausgefallen als erhofft, die sozialen und arbeitsrechtlichen Probleme der Beschäftigten hätten dadurch jedoch keineswegs an Dringlichkeit verloren. Die Tarif- und Einkommensfrage sei umso brisanter, je häufiger staatliche Überschüsse und wirtschaftliches Wachstum öffentlich betont würden, hieß es.

Der Vorsitzende der ADEDY-Regionalabteilung Magnesia, Philippos Konstantinidis, verwies darauf, dass die im Januar gewährte Erhöhung um 28 Euro im Monat angesichts der anhaltenden Preissteigerungen kaum ins Gewicht falle. Energiekosten, Mieten und allgemeine Lebenshaltungskosten hätten sich derart erhöht, dass selbst einfache Ausgaben für viele Beschäftigte kaum noch zu bewältigen seien.

Konstantinidis sprach von einer anhaltenden Entwertung öffentlicher Arbeit. Gerade jene Beschäftigten, die in den Jahren der Krise den öffentlichen Dienst am Laufen gehalten hätten, seien durch Kürzungen besonders hart getroffen worden und verlangten nun ein Leben in Würde. Zugleich kritisierte er die Ausbreitung befristeter Beschäftigung mit Dreimonats- und Sechsmonatsverträgen. Eine solche Unsicherheit lasse weder verlässliche Lebensplanung noch Familiengründung zu, sagte er.

Auch Evi Karydaki, Vizepräsidentin des ADEDY-Sektors Magnesia und Vertreterin von DAS OTA, betonte die Bedeutung der Streikbeteiligung unter Leih- und Vertragskräften, etwa in Kindergärten und den kommunalen KDAP-Strukturen. Diese Beschäftigten seien von den aktuellen Arbeitsbedingungen besonders betroffen. Karydaki stellte die Forderungen in einen größeren politischen Zusammenhang und sprach von einer Politik, die eher den Interessen von Unternehmensverbänden und militärischer Aufrüstung diene als der öffentlichen Daseinsvorsorge. Angesichts hoher Ausgaben für Rüstungsgüter werde an anderer Stelle gespart, das führe am Ende zu weiteren Privatisierungen, sagte sie.

Über die Personalsituation bei EFKA in Magnesia berichtete der Vorsitzende der dortigen Beschäftigtenvereinigung, Vasilis Panoutsopoulos. Nach seinen Angaben seien laut Organigramm nicht einmal 60 Prozent der vorgesehenen Stellen besetzt. Gleichzeitig wachse die Arbeitsbelastung, weil immer neue Aufgaben hinzukämen, ohne dass ausreichend Personal nachrücke. Mit veralteten Strukturen und seit mehr als fünf Jahren ohne Neueinstellungen sei weder effizienter Betrieb noch guter Bürgerservice möglich, erklärte er. (mv)

Foto: Hellas-Bote