Alexandria, die strahlende Metropole der Antike, brachte viele große Gelehrte hervor: Athanasius der Große, auch bekannt als Athanasius von Alexandria, der Patriarch, Kirchenvater und mutiger Verteidiger des orthodoxen Glaubens.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos
Götter & Gelehrte – Sein Name, Ἀϑανάσιος (Athanasios), „der Unsterbliche“, scheint wie eine Prophezeiung über sein Vermächtnis – ein Vermächtnis, das auch 1650 Jahre nach seinem Tod ungebrochen strahlt.
Am 18. Januar, seinem Gedenktag, ehrt die griechisch-orthodoxe Kirche diesen herausragenden Heiligen, der als Schutzpatron gegen Kopfschmerzen verehrt wird und dessen Wirken tiefe Spuren in der Geschichte des Christentums hinterließ.
Geboren um das Jahr 300 in Alexandria, wuchs Athanasius in einer Epoche tiefgreifender theologischer Kontroversen auf. Schon in jungen Jahren kam er in Kontakt mit dem Patriarchen Alexander von Alexandria, dem er als Sekretär und Diakon diente. Der Kampf um die wahre Natur Christi entbrannte, als Arius, ein Presbyter aus Alexandria, behauptete, der Logos – der Sohn Gottes – sei ein geschaffenes Wesen und nicht wesensgleich mit Gott, dem Vater.
Auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem Athanasius als junger Diakon anwesend war, wurde das Nicänische Glaubensbekenntnis formuliert, das die Wesensgleichheit (homoousios) von Vater und Sohn betonte. Dieses Konzil markiert den Beginn von Athanasius‘ lebenslangem Engagement, die Trinitätslehre gegen alle Widerstände zu verteidigen.
Athanasius wurde 328 zum Patriarchen von Alexandria gewählt, doch seine Amtszeit war von ständiger Verfolgung und Verbannung geprägt. Fünfmal – vielleicht sogar siebenmal – wurde er aus seiner Heimatstadt verbannt, stets unter dem Vorwurf der Rebellion oder Häresie. Doch Athanasius ließ sich nicht beugen. Sein berühmtes Motto „Athanasius contra mundum“ (Athanasius gegen die Welt) fasst seine unerschütterliche Haltung inmitten der feindseligen politischen und theologischen Landschaft zusammen.
Während seiner Verbannungen suchte Athanasius oft Schutz bei den Mönchen der ägyptischen Wüste. Besonders Antonius der Große, der Begründer des christlichen Mönchtums, wurde ihm ein enger Freund und spiritueller Wegbegleiter. Athanasius schrieb die Hagiographie „Das Leben des Antonius“, die zur Inspiration für Generationen von Mönchen und Gläubigen wurde.
Sein asketischer Lebensstil und seine Verbundenheit mit den Wüstenvätern brachten ihm nicht nur spirituelle Kraft, sondern auch den Respekt seiner Feinde ein. Selbst in den dunkelsten Zeiten seines Lebens bewahrte er eine tiefe Überzeugung, dass die Wahrheit über alle Irrlehren siegen würde.
Neben seinem unermüdlichen Einsatz gegen den Arianismus ist Athanasius auch als einer der ersten, der die 27 Bücher des Neuen Testaments als Kanon festlegte, in die Geschichte eingegangen. In seinem berühmten 39. Osterbrief aus dem Jahr 367 n. Chr. erklärte er diese Bücher als inspiriert und autoritativ – ein Meilenstein in der Entwicklung des Christentums.
Zu seinen weiteren bedeutenden Werken zählen „Gegen die Heiden“, „Über die Menschwerdung des Logos“ und die „Reden gegen die Arianer“. Seine Schriften zeichnen sich durch eine brillante theologische Tiefe aus, die sowohl die Heilswirksamkeit der Inkarnation als auch die Trinität in den Mittelpunkt stellen.
Nach einem Leben voller Widrigkeiten und glorreicher Belagerung kehrte Athanasius schließlich in seine geliebte Stadt Alexandria zurück, wo er bis zu seinem Tod am 2. Mai 373 als Patriarch diente. Seine Vision eines geeinten, orthodoxen Glaubens hatte die Kirche grundlegend geprägt. Der Gedenktag des Heiligen Athanasius am 18. Januar ist ein feierliches Zeugnis seiner unerschütterlichen Hingabe und seines triumphalen Sieges über Häresien. Er bleibt ein Vorbild für Standhaftigkeit, Mut und Treue zum Glauben. (jk)
Namenstag von Athanasia und Athanasios





