Die Terpentin-Pistazie, auch Terebinthe genannt, ist eine faszinierende Pflanze, die aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften und vielseitigen Nutzung seit Jahrhunderten geschätzt wird.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Als Mitglied der Pistaziengattung (Pistacia) und der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) zeichnet sich diese Kunst durch ihre Fähigkeit aus, in den kargen, trockenen Regionen des Mittelmeerraums zu gedeihen und eine Fülle an nützlichen Substanzen zu liefern. Ihre Bedeutung reicht von der medizinischen Verwendung über die Terpentingewinnung bis hin zur landwirtschaftlichen Nutzung als Unterlage für die echte Pistazie. Insbesondere in Griechenland und auf der Insel Kreta ist diese widerstandsfähige Pflanze ein wichtiger Bestandteil der Vegetation.

Die Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus) ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, der bis zu 12 Meter hoch werden kann. Sie ist vor allem für ihren harzigen, aromatischen Geruch bekannt, der aus den ätherischen Ölen stammt, die in allen Pflanzenteilen enthalten sind. Die Blätter sind meist unpaarig gefiedert und haben eine glänzende Oberseite und eine matte Unterseite. Die Pflanze ist zweihäusig, was bedeutet, dass männliche und weibliche Blüten auf unterschiedlichen Individuen vorkommen. Die Blüten sind klein, unscheinbar und grünlich-rot, während die Fruchtstände kleine, einsame Steinfrüchte bilden, die sich von Rot zu Blau verfärben, wenn sie reifen.
Es gibt zwei Hauptunterarten der Terpentin-Pistazie:
- Pistacia terebinthus subsp. Palästina: Diese Unterart kommt vor allem im Nahen Osten vor, einschließlich Zypern, der Türkei und Saudi-Arabien. Sie unterscheidet sich durch ein fehlendes oder stark reduziertes Endblättchen.
- Pistacia terebinthus subsp. Terebinthus: Diese Unterart ist in Südeuropa, Nordafrika und Teilen der Türkei weit verbreitet und besitzt voll entwickelte Endblättchen.
Eine Hybridbildung zwischen der Terpentin-Pistazie und dem verwandten Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) wurde ebenfalls beobachtet. Dieser Hybrid zeigt interessante Merkmale beider Elternarten und hat potenziell wichtige landwirtschaftliche Anwendungen.

Die Terpentin-Pistazie ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet und kommt in Ländern wie Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich und bis nach Nordafrika vor. In Griechenland ist sie insbesondere auf Kreta und in den Küstenregionen zu finden. Sie wächst bevorzugt auf kalkhaltigen Böden in offenen Wäldern und Macchien und kann bis in Höhenlagen von 760 Metern aufsteigen. Die Pflanze ist hervorragend an trockene und steinige Standorte angepasst, was sie zu einer dominierenden Kunst in den typischen mediterranen Landschaften macht.
In Griechenland spielt die Terpentin-Pistazie eine wichtige Rolle. Die Pflanze wird traditionell zur Herstellung von Harzen und Terpentin verwendet, die sowohl in der Medizin als auch in der Kunst und im Handwerk Anwendung finden. Insbesondere auf der Insel Chios wird der austretende Harzbalsam geerntet, der unter dem Namen „Terebinthina chiotica“ bekannt ist. Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung trägt die Terpentin-Pistazie auch zum Erhalt der griechischen Landschaften bei, indem sie zur Stabilisierung des Bodens in trockenen Regionen beiträgt.
Die Terpentin-Pistazie liefert nicht nur Harze, sondern auch essbare Früchte. Diese können frisch oder geröstet gegessen werden und haben einen leicht säuerlichen Geschmack. In der Türkei wird aus den gerösteten und gemahlenen Früchten das traditionelle Getränk „Menengiç kahvesi“ zubereitet, das dem türkischen Kaffee ähnelt.
Die Pflanze findet auch in der Medizin Anwendung. Gallen, die durch Blattläuse an den Blättern verursacht werden, wurden in der traditionellen Heilkunst als Droge verwendet. Darüber hinaus wird die Terpentin-Pistazie als resistente Unterlage für die Zucht der echten Pistazie genutzt, da sie gegenüber Bodenkrankheiten wie Verticillium-Pilzen widerstandsfähig ist. (pv)





