Zwischen Agápi und Érotas – Ein literarischer Streifzug durch Griechenlands Seelenlandschaften

In den Räumen der Griechische Gemeinde Düsseldorf versammelten sich am vergangenen Samstag zahlreiche Literaturfreunde zum Literatur Salon der Gesellschaft Griechischer Autorinnen in Deutschland e.V. (GGAD e.V.). Im Mittelpunkt des Abends stand Autor Andreas Deffner, der aus seinem jüngsten Werk „Agápi und Érotas – Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland“ las – dem sechsten Band seiner Reihe.
Von HB-Redakteurin Nadja Becker

Literatur – Der im Gladbeck geborene Schriftsteller, der heute in Potsdam lebt und sich selbst als Wahlgrieche bezeichnet, führte sein Publikum mit ruhiger Stimme und feinem Humor durch jene vielschichtige Welt, die er seit Jahren literarisch erkundet: das Griechenland jenseits der touristischen Klischees.

Im Zentrum des neuen Bandes steht die Liebe – jenes schillernde Phänomen, das im Griechischen in mehreren Begriffen gefasst wird. Agápi und Érotas sind dabei mehr als bloße Wörter; sie verweisen auf unterschiedliche Dimensionen menschlicher Zuneigung, von selbstloser Hingabe bis zu leidenschaftlichem Begehren. Dass schon Platon zwischen verschiedenen Formen der Liebe unterschied, nahm Deffner zum Anlass für ebenso kenntnisreiche wie unterhaltsame Exkurse.

Foto: Hristos Mourzoukos

Seine literarische Reise führt von Athen über Epirus und Thessaloniki bis auf die Peloponnes – und immer wieder zurück zu den Menschen, deren Alltag zwischen Tradition, Krise und unerschütterlicher Lebensfreude oszilliert. Jedes Kapitel, so erläuterte der Autor, sei als „heiterer Spaziergang“ gedacht, der die Leser einlade, mitzuwandern. Dass jedem Abschnitt ein originales griechisches Kochrezept beigegeben ist, verweist auf Deffners zweite Leidenschaft: die Küche seines „zweiten Zuhauses“ im Fischerdorf Tolo.

Erschienen ist „Agápi und Érotas – Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland“ bereits im 2025. Auf 284 Seiten richtet sich das Buch an Leser ab zwölf Jahren und verbindet Reisebericht, Kulturbetrachtung und kulinarische Entdeckungen zu einer ebenso persönlichen wie kenntnisreichen Hommage an Griechenland.

Der Abend stand jedoch nicht allein im Zeichen einer Neuerscheinung, sondern auch im Kontext einer mittlerweile fest etablierten Institution: Der Deutsch/Griechische – Griechisch/Deutsche LiteraturSALON der GGAD wurde bereits 2012 als literarische Initiative ins Leben gerufen. Ziel war es, in Düsseldorf und damit in der gesamten Metropolregion Rhein-Ruhr einen literarischen und kulturellen Hotspot zu schaffen – für die mehreren hunderttausend griechischstämmigen Bürgerinnen und Bürger im deutschsprachigen Raum ebenso wie für ein allgemein literaturinteressiertes Publikum, für Griechenlandfreunde und für Leserinnen und Leser, die sich der Migrationsliteratur verbunden fühlen. Heute gilt der LiteraturSALON als feste Größe im deutsch-griechischen Kulturkalender.

Der Düsseldorfer Abend zeigte eindrucksvoll, warum dieses Format trägt: Literatur wird hier nicht als akademische Übung verstanden, sondern als lebendiger Austausch zwischen Sprachen, Generationen und kulturellen Erfahrungen. Der Applaus am Ende der Lesung machte deutlich, dass der Dialog zwischen Deutschland und Griechenland – zwischen Agápi und Érotas – in Düsseldorf eine ebenso herzliche wie nachhaltige Resonanz gefunden hat. (mv)

Foto: Hristos Mourzoukos