Honoratus von Arles: Vom Einsiedler zum Bischof und Gründer eines geistigen Zentrums

Honoratus von Arles, geboren im belgischen Gallien, entstammte einer angesehenen Konsulsfamilie und erhielt eine umfassende Bildung. Bereits in jungen Jahren wandte er sich dem Christentum zu und suchte die Einsamkeit in einer Einsiedelei in Griechenland. Später kehrte er nach Gallien zurück und lebte zurückgezogen in den Bergen von Fréjus.
Von HB-Redakteurin Soula Dimitriou

Götter & Gelehrte – Nach seiner Priesterweihe gründete Honoratus auf der Insel Saint-Honorat, die zu den Îles de Lérins gehört, ein Kloster nach orientalischem Vorbild. Die Abtei Lérins zeichnete sich durch eine strenge asketische Lebensweise aus und entwickelte sich rasch zu einem geistigen Zentrum Galliens. Honoratus Kloster zog zahlreiche Anhänger an und brachte bedeutende Persönlichkeiten wie Lupus von Troyes, Eucherius von Lyon und seinen Neffen Hilarius von Arles hervor.

Im Jahr 426 wurde Honoratus gegen seinen Willen zum Bischof von Arles geweiht. Während seiner Amtszeit setzte er sich mit Hingabe für die Verbreitung des christlichen Glaubens ein und förderte die nächste Liebe in seiner Gemeinde. Sein Wirken hinterließ einen bleibenden Eindruck, und sein Neffe Hilarius von Arles verfasste später eine Biografie über ihn.

Nach seinem Tod am 16. Januar 429 oder 430 in Arles wurde Honoratus im frühchristlichen Gräberfeld Alyscamps beigesetzt. 1391 wurden seine Gebeine in das Kloster auf der Insel Saint-Honorat übertragen, die fortan seinen Namen trugen. Sein Gedenktag wird am 16. Januar begangen und 2017 nahm die Russisch-Orthodoxe Kirche Honoratus in ihrem Heiligenkalender auf. Die Abtei Lérins blieb auch nach Honoratus Tod ein bedeutendes geistiges Zentrum und brachte weitere einflussreiche Bischöfe und Kirchenlehrer hervor. (sd)

Foto: Hellas-Bote/KI

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