Markos Eugenikos – Ein Leben für die Reinheit der Kirche

Konstantinopel, 1444 – In einer Zeit politischer Unruhen und kirchlicher Herausforderungen erstrahlte ein Mann als Leuchtturm des orthodoxen Glaubens: Markos Eugenikos, Metropolit von Ephesos.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Gedenktag: 19. Januar

Götter & Gelehrte – Sein Name ist bis heute untrennbar mit der Verteidigung der orthodoxen Lehre und dem Widerstand gegen die Kirchenunion von Florenz verbunden. Die griechisch-orthodoxe Kirche ehrt ihn als Heiligen und begeht seinen Gedenktag am 19. Januar.

Markos Eugenikos wurde 1391 oder 1392 in Konstantinopel als Manuel Eugenikos geboren. Sein Vater Georg, ein angesehener Diakon und Gelehrter, prägte seine intellektuelle Entwicklung. Nach dessen frühem Tod erhielt der junge Manuel eine fundierte Ausbildung in Rhetorik, Dogmatik und Philosophie unter den führenden Gelehrten seiner Zeit, darunter Johannes Chortasmenos und Georgios Gemistos Plethon. Bereits mit 24 Jahren schloss er seine Studien als Magister der Rhetorik ab und gründete eine eigene Schule, in der er spätere bedeutende Persönlichkeiten wie Georgios Scholarios unterrichtete.

Im Jahr 1418 entschied sich Manuel für ein asketisches Leben und trat in ein Kloster auf der Insel Antigone ein, wo er den Namen Markos annahm. Aufgrund der türkischen Bedrohung zog er bald in das Kloster des Heiligen Georg in Mangana um, wo er fast zwei Jahrzehnte lang wirkte und zahlreiche theologische Schriften verfasste.

Seine Gelehrsamkeit und sein unerschütterlicher Glauben blieben nicht unbemerkt. 1437 wurde er zum Metropoliten von Ephesos ernannt und bald darauf als Vertreter der orthodoxen Kirche zum Unionskonzil von Ferrara-Florenz entsandt. Dort sollte über die Wiedervereinigung der lateinischen und orthodoxen Kirche entschieden werden.

Auf dem Konzil von Ferrara-Florenz (1438–1439) stellte sich Markos Eugenikos als unerschütterlicher Verteidiger der orthodoxen Lehre heraus. Während viele griechische Bischöfe unter dem Druck politischer und militärischer Umstände zur Kirchenunion neigten, erkannte Markos die Gefahr einer dogmatischen Unterwerfung unter Rom. Besonders vehement lehnte er die Lehre vom Fegefeuer sowie das Filioque ab – die westliche Auffassung, dass der Heilige Geist nicht nur vom Vater, sondern auch vom Sohn ausgehe.

Als das Konzil 1439 in Florenz die Kirchenunion besiegelte, verweigerte Markos als einziger griechischer Vertreter seine Unterschrift. Mit seiner Standhaftigkeit wurde er zum Symbol des orthodoxen Widerstands. Obwohl er nach Konstantinopel zurückkehren durfte, verbrachte er einen Teil seiner letzten Jahre in Ephesos und auf dem Berg Athos.

Markos Eugenikos starb am 23. Juni 1444. Bereits zu Lebzeiten als Stimme der Wahrheit verehrt, wurde er nach seinem Tod in der gesamten orthodoxen Welt als Heiliger angesehen. Sein Bruder Johannes Eugenikos trug mit der Verfassung liturgischer Texte zu seiner Verehrung bei. (jk)

Foto: Hellas-Bote

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