Kyra Panagia: Die zeitlose Insel der Nördlichen Sporaden

Inmitten der unberührten Schönheit des Ägäischen Meeres liegt Kyra Panagia, eine Insel, deren Name aus der Verehrung für die „Allheilige Herrin Maria“ stammt. Dieses kleine, jedoch faszinierende Eiland der Nördlichen Sporaden erzählt eine Geschichte, die von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart reicht.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou

Reisen – Kyra Panagia liegt etwa acht Kilometer nordöstlich von Alonnisos und zeichnet sich durch wilde Felsenküsten und zwei natürliche, geschützte Häfen aus: Die Bucht von Planitis im Norden und die Bucht von Agios Petros im Südwesten. Während die meisten Strände felsig sind, überraschen diese Buchten mit kiesigen und sandigen Uferlinien. Zwei Gipfel dominieren die hügelige Landschaft der Insel und erreichen 287 bzw. 302 Meter Höhe.

Foto: Hellas-Bote

Die umgebenden Inseln, darunter Gioura und die Eilande Pappous, Strongylo und Prasso, ergänzen das Bild eines Archipels, das Abenteuerlustige und Naturliebhaber gleichermaßen fasziniert.

Die Besiedlung von Kyra Panagia reicht bis ins 6. Jahrtausend v. Chr. zurück. In der Antike war die Insel als Alonnisos bekannt und spielte eine strategische Rolle, insbesondere im 5. Jahrhundert v. Chr., als sie Athen den Krieg zuschrieb. Spuren dieser Ära finden sich in antiken Ruinen, wie dem Wrack eines Handelsschiffs, das einst 1500 Amphoren mit sich führte.

Mit der Errichtung des byzantinischen Klosters Kyra Panagia im 11. Jahrhundert begann ein neues Kapitel. Das Kloster, das heute noch sichtbar ist, wurde oberhalb eines kleinen Hafens erbaut und diente als Schutz- und Versorgungsstation des Athos-Klosters Megisti Lavra. Obwohl die Insel mittlerweile fast menschenleer ist, lebt dort noch ein Mönch, der den Geist vergangener Jahrhunderte bewahrt.

Foto: Hellas-Bote

Die Vegetation der Insel wird von Macchia-Pflanzen geprägt, darunter Kermes-Eichen, Erdbeerbäume und Wilde Pistazien. Verwilderte Olivenhaine erinnern an die einstige landwirtschaftliche Nutzung. Die zerklüfteten Küsten sind ein sicherer Rückzugsort für die bedrohten Mittelmeer-Mönchsrobben, die hier in geschützten Zonen leben. Kyra Panagia gehört zum Natura-2000-Gebiet und ist Teil des Nationalen Meeresparks Alonissos, einem der größten Meeresschutzgebiete Europas.

Obwohl die Insel nur sporadisch von Fischern und Abenteurern besucht wird, zieht sie mit ihrer wilden Landschaft, ihrer stillen Geschichte und der unberührten Natur all jene an, die dem Trubel des modernen Lebens entfliehen möchten. (mv)

Foto: Hellas-Bote

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