Thorn – Einst winziges Fürstentum, heute Stadt der weißen Häuser

In der Provinz Limburg, im Süden von Holland, zieht das kleine Städtchen #Thorn in jedem Jahr unzählige Besucher an. Tatsächlich war Thorn einst ein winziges Fürstentum und ist heute bekannt für die weiß getünchten Häuser in der historischen Altstadt.
Von HB-Redakteurin Ebru Ataman

Thorn/Niederlande – Mit der Entstehung des niederländischen Ortes Thorn um 975 durch die Stiftung einer Abtei für Benediktinerinnen aus dem Hochadel, entwickelte sich das Gebiet letztendlich zu einem Fürstentum. Zahlreiche der Häuser, in denen einst Nonnen zuhause waren, sind heute noch erhalten und können besichtigt werden. Rund um die Altstadt führen 105 Gebäude den Status eines Rijksmonument und ziehen stetig neue Touristen an, die Thorn bei ihrem Ausflug entdecken.

Die Geschichte des Ortes reicht nicht nur weit zurück, sie ist geprägt von Glauben, Krieg, Reichtum, Armut und Verfall. Nach der Stiftung der Benediktinerinnenabteil, wandelte sich diese im 12. Jahrhundert in ein freiweltliches Damenstift, später in das Reichsstift Thorn. Während in das Stift unverheiratete Damen aus dem Hochadel eintraten, wohnten heiratswillige Mitglieder bis in das 17. Jahrhundert hinein außerhalb der Klostermauern in Häusern, die heute noch erhalten sind.

In der Provinz Limburg, im Süden von Holland, zieht das kleine Städtchen #Thorn in jedem Jahr unzählige Besucher an. Tatsächlich war Thorn einst ein winziges Fürstentum und ist heute bekannt für die weiß getünchten Häuser in der historischen Altstadt. Foto: Hellas-Bote

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich ebenso die 992 erbaute romanische Abteikirche, die nicht nur in gotischer Zeit ein neues Gewand erhielt, ebenfalls erhielt, ebenfalls während des Barocks wurde sie mit einer feudalen Ausstattung versehen. Sie war möglich durch die adeligen Stiftsdamen, die Thorn großzügig unterstützten. Der Reichtum prägte über 800 Jahre das von Äbtissinnen regierte Fürstentum, welches sogar eigene Münzen prägte. Den Reichtum lassen heute noch die Straßen in der Altstadt erahnen, die mit Kieselsteinen aus der Maas gepflastert wurden, damit die Röcke der Damen nicht dem zu dieser Zeit üblichen Straßenschmutz ausgesetzt wurden.

Die weibliche Herrschaft wurde jäh durch französische Truppen beendet, die im Jahre 1794 das Stift übernahmen. Die adeligen Damen flüchteten und in die verlassenen Häuser zogen verarmte Menschen aus der ganzen Region. Mit ihnen wandelte sich Thorn, denn die Franzosen führten eine Fenstersteuer ein, die sich nach den Größen der Fenster richtete und weshalb die Thorner kurzerhand ihre Häuser umbauten. Hierzu verwendeten sie Steine aus der Abtei, die um 1800 aufgegeben wurde. Damit die Unterschiede zwischen den alten und neuen Steinen nicht auffielen, wurden die Häuser mit weißem Kalk getüncht, weshalb die Stadt Thorn bis heute den Beinamen „Die weiße Stadt“ trägt.

Wer hier Halt macht, sollte neben der Altstadt und dem Gemeentemuseum Land van Thorn Zeit einplanen für die Abdijkerk Thorn. Sie ist der Ursprung der Stadt und entstand durch verschiedene Bauabschnitte über die Jahrhunderte hinweg. Foto: Hellas-Bote

Wer hier Halt macht, sollte neben der Altstadt und dem Gemeentemuseum Land van Thorn Zeit einplanen für die Abdijkerk Thorn. Sie ist der Ursprung der Stadt und entstand durch verschiedene Bauabschnitte über die Jahrhunderte hinweg. Während der älteste Teil auf das 10. Jahrhundert datieret wird, stammt das Interieur aus dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erfuhr die Abtei eine Restaurierung und wurde für Besucher zugänglich gemacht. (ea)

Am Rande von Thorn lässt sich verweilen am Wasser der Seenplatten. Foto: Hellas-Bote