Rhodos, die Perle der Ägäis, lockt mit einer reichen Geschichte und einem einzigartigen Mix aus Kulturen. Direkt am Mandraki-Hafen, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Insel, erhebt sich ein beeindruckendes Bauwerk orientalischen Stils: die Nea Agora, der „Neue Markt“ von Rhodos.
Von HB-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz
Reisen/Rhodos – Dieses architektonische Juwel wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts während der italienischen Herrschaft über die Insel (1912–1943) errichtet und dient bis heute als lebendiges Zentrum des städtischen Lebens.
Die Nea Agora fasziniert bereits auf den ersten Blick mit ihrer außergewöhnlichen Bauweise. Geprägt durch einen überkuppelten Eingang, weiße und gelbe Fassaden sowie geschwungene Arkaden, erinnert die Anlage an eine orientalische Hofmoschee. Das Bauwerk wurde als unregelmäßiges Sechseck konzipiert und fügt sich harmonisch in das malerische Stadtbild von Rhodos ein. Eine besonders sehenswerte Säule im Innenhof, verziert mit gelben Fischmotiven, verweist auf die ursprüngliche Funktion der Markthallen.
In seinen Anfangszeiten beherbergte der Markt eine Vielzahl von Händlern, die frischen Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse anboten. Der zentrale Pavillon diente als Umschlagplatz für regionale Spezialitäten. Doch mit der Zeit hat sich das Bild der Nea Agora gewandelt. Heute dominieren Souvenirläden, Boutiquen und touristisch geprägte Gastronomiebetriebe das Marktgeschehen. Die Zeiten, in denen Einheimische hier ihre täglichen Einkäufe tätigten, gehören der Vergangenheit an.
Ein besonderes Highlight der Nea Agora ist die Vielzahl an Restaurants und Cafés, die unter den langen Arkadengängen zu finden sind. Besucher können sich hier mit traditionellen griechischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen oder sich an der beeindruckenden Auswahl an Kuchen, Torten und Gebäckstücken erfreuen. Allerdings berichten viele Gäste von der aufdringlichen Art mancher Kellner, die mit Nachdruck versuchen potenzielle Kunden in ihre Lokale zu locken.
Trotz der touristischen Prägung gibt es in der Nea Agora noch immer vereinzelte Juweliere und Feinkostläden, die mit hochwertigen Waren aufwarten. Wer genau hinschaut, entdeckt in den verwinkelten Gängen Relikte aus vergangenen Zeiten: steinerne Verkaufstische im Pavillon oder kunstvolle Fassadendetails, die von der einstigen Funktion des Gebäudes zeugen. Die zentrale Markthalle ist zwar nicht mehr das Herzstück des städtischen Handels, doch sie bleibt ein architektonisches und kulturelles Wahrzeichen von Rhodos.
Die Nea Agora ist von mehreren Seiten zugänglich. Der Haupteingang an der Platia Elefterias führt direkt in den Innenhof, während kleinere Portale, etwa in der Nähe der Bus-Endhaltestelle oder des benachbarten Supermarktes, alternative Zugänge bieten. Im Pavillon unterhalb befindet sich zudem eine moderne, öffentliche Toilette, die gegen eine kleine Gebühr genutzt werden kann. Zwei Kioske im großen Durchgang bieten eine breite Auswahl an internationalen Zeitungen und Zeitschriften – ein kleiner Luxus für Reisende, die auf dem Laufenden bleiben möchten. (cs)





