In der langen Geschichte des Christentums gibt es Namen, die im Nebel der Zeit verschwimmen, und solche, die durch ihre unerschütterliche Glaubenskraft bis heute strahlen.
Von HB-Redakteurin Sabrina Köhler
Gedenktag: 12. Mai
Götter & Gelehrte – Einer dieser Namen ist der des Heiligen Achilleus, eines römischen Soldaten, der sein Leben dem Christentum weihte und dafür den Märtyrertod erlitt. Gemeinsam mit seinem Gefährten Nereus gehört er zu den verehrten Heiligen der griechisch-orthodoxen Kirche. Sein Gedenktag, der 12. Mai, erinnert Gläubige weltweit an seinen Mut, seine Standhaftigkeit und sein letztendliches Opfer für den Glauben.
Achilleus war, so berichten es alte Quellen, ein treuer Soldat des römischen Reiches, der seine Pflicht erfüllte und dem Kaiser treu ergeben war. Doch als das Christentum in den ersten Jahrhunderten nach Christus zunehmend unterdrückt wurde, wurde auch Achilleus mit einer Entscheidung konfrontiert: seinem Glauben abschwören oder sein Leben riskieren. Zusammen mit Nereus – ebenfalls ein Soldat – entschied er sich für Christus. Sie verließen das Militär und wurden Verfechter des Evangeliums.
Die Entscheidung, dem Christentum zu folgen, war im Römischen Reich des späten 3. und frühen 4. Jahrhunderts gefährlich. Unter Kaiser Diokletian, der eine der brutalsten Christenverfolgungen der Geschichte befahl, wurden Konvertiten besonders hart bestraft. Achilleus und Nereus wurden verhaftet, gefoltert und schließlich hingerichtet. Ihr Martyrium ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie sehr sie an ihrem Glauben festhielten – selbst unter Todesdrohung.
Spätere Berichte schildern Achilleus und Nereus nicht als Soldaten, sondern als Eunuchen und Diener der christlichen Flavia Domitilla, einer römischen Patrizierin, die ebenfalls den Glauben annahm und verfolgt wurde. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass die beiden Heiligen in der Frühzeit des Christentums oft gemeinsam mit Flavia Domitilla abgebildet wurden.
Ihre Verehrung verbreitete sich rasch. Papst Damasus I. (366–384) ehrte sie mit einer Gedenkinschrift, und bereits im 4. Jahrhundert wurde eine Basilika über ihren Gräbern errichtet. Diese Katakomben-Basilika, die sich über den Domitilla-Katakomben befand, war eine der frühesten Stätten des christlichen Kultes in Rom. Der Altar der Basilika wurde direkt über ihren mutmaßlichen Gräbern errichtet, ein Zeichen der tiefen Ehrfurcht, die man ihnen entgegenbrachte.
Die Gebeine der Heiligen wurden im 6. Jahrhundert in die römische Kirche Titulus Fasciolae übertragen, später jedoch wieder in ihre ursprüngliche Ruhestätte zurückgebracht. Auch heute noch ist die Basilika Santi Nereo e Achilleo ein Pilgerort für Gläubige, die den Mut dieser beiden Heiligen ehren.
In der griechisch-orthodoxen Kirche wird Achilleus als leuchtendes Vorbild der Standhaftigkeit im Glauben gefeiert. Sein Gedenktag am 12. Mai ist ein Tag des Erinnerns und des Gebets für alle, die in der Geschichte für ihren Glauben verfolgt wurden. (sk)




