Griechenland rüstet gegen die Feuer des Sommers auf

Griechenland stellt sich in diesem Sommer mit einem deutlich ausgeweiteten Aufgebot an die Brandbekämpfung. Insgesamt 85 Löschflugzeuge und Hubschrauber sollen in der heißen Jahreszeit bereitstehen, außerdem mehr als 18.000 Berufs- und Saisonkräfte der Feuerwehr.
Von HB-Redakteur Vangelis Makris

Aktuell – Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Früherkennung. In mehr als 100 Drohnenbasen in besonders gefährdeten Regionen sollen unbemannte Fluggeräte künftig helfen, Brände rechtzeitig zu entdecken. Zu den Schwerpunktgebieten zählen der Großraum Athen und die Halbinsel Peloponnes. Die Drohnen sind den Angaben zufolge mit Wärmebildkameras ausgestattet und sollen auch unter extremen Wetterbedingungen einsatzfähig sein. Ziel ist es, entstehende Feuer früh zu lokalisieren, bevor sie sich bei Wind und Trockenheit ausbreiten können.

Wie ernst die Lage ist, zeigen die Zahlen der vergangenen Jahre und Monate. Nach aktuellen Angaben verbrannten im Sommer 2025 in Griechenland fast 48.000 Hektar Wald- und Buschland. Allein Mitte August waren Tausende Feuerwehrleute im Einsatz, weil an bis zu 82 Orten gleichzeitig Wälder brannten. Das Nationale Observatorium in Athen verzeichnete zudem, dass im vergangenen August rund 10.000 Hektar Land zerstört wurden. Besonders verheerend waren zwei Brände auf der Urlaubsinsel Chios, wo in diesem Sommer mehr als 28.000 Hektar betroffen waren. Das entspricht etwa 13,6 Prozent der Insel.

Für Reisende hat das direkte Folgen. Das Auswärtige Amt rät deutschen Touristinnen und Touristen, auf dem Mobiltelefon die Funktion für Notfallbenachrichtigungen, sogenannte Cell Broadcast Alerts, zu aktivieren. Diese Warnungen werden von den zuständigen griechischen Stellen regional per SMS oder als Push-Mitteilung in griechischer und englischer Sprache verschickt und informieren auch über mögliche Evakuierungen. Wo Brände ausbrechen, müssen Besucher mit Einschränkungen rechnen; Straßensperren, Umleitungen und auch Störungen im Bahnverkehr sind möglich.

Dass die Gefahr gerade in den Sommermonaten besonders groß ist, hat mit den klimatischen Bedingungen des Landes zu tun. Immer wieder kommt es zu Busch- und Waldbränden, vor allem in der Ägäis, die bis in den Herbst hinein betroffen sein kann. Dort trägt der trockene Wind Meltemi die Flammen aus Nord, Nordost und Nordwest bis nach Kreta. In Regionen, in denen es seit Wochen nicht geregnet hat, genügen oft Funken, um bei entsprechender Windeinwirkung binnen kurzer Zeit große Brände auszulösen. Wo es aktuell brennt oder brennen könnte, zeigen tägliche Waldbrandgefahr-Vorhersagekarten der griechischen Regierung (mav)

Foto: Hellas-Bote