Die Bartmeise gehört zu den faszinierendsten und farbenprächtigsten Vogelarten, die in den dichten Schilflandschaften Europas leben.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Mit ihren auffälligen Äußeren, den lebhaften Rufen und ihrer Vorliebe für ausgedehnte Röhrichte verzaubert sie Vogelliebhaber und Naturfreunde gleichermaßen. Die Bartmeise (Panurus biarmicus) wird heute oft als einzige Art der monotypischen Familie Panuridae betrachtet und zeichnet sich durch ein einzigartiges Verhalten und eine bemerkenswerte Anpassung an ihre speziellen Lebensräume aus. Besonders in Griechenland, wo sie ebenfalls vorkommt, lässt sich dieser bemerkenswerte Vogel in Feuchtgebieten und Schilfflächen beobachten.
Die Bartmeise ist ein kleiner Vogel, der eine Länge von etwa 14 bis 15,5 cm erreicht. Sie besitzt einen langgestreckten Schwanz und ist überwiegend in hellgelbbrauner Farbe gehalten. Männliche und weibliche Bartmeisen lassen sich leicht unterscheiden: Das Männchen hat einen charakteristischen, blaugrauen Kopf mit einem schwarzen Bartstreif, der ihm den Namen gibt. Weibchen sind dagegen weniger auffällig, mit beigebraunem Kopf und ohne Bartstreif. Jungvögel sehen den Weibchen ähnlich, haben jedoch dunkle Gefiederpartien auf Rücken und Schwanz.
Zwar gibt es nur eine Art der Bartmeise, zeigt sie jedoch eine enorme Vielfalt in ihrem Rufrepertoire. Ihr typischer Ruf im Schilf klingt wie ein lebhaftes, nasales „psching“ oder ein rollendes „tschirr“. Ihr Gesang besteht aus einer Reihe von knirschenden und schnalzenden Lauten, die in der Natur leicht zu identifizieren sind.
Die Bartmeise ist ein Brutvogel, der in der Paläarktis vorkommt, einer Region, die sich von Europa über Teile Asiens bis nach Nordafrika erstreckt. Ihr Lebensraum konzentriert sich auf Schilfwälder und nährstoffreiche Binnengewässer. Die westlichsten Vorkommen liegen in Spanien, Frankreich und Großbritannien, während die östlichsten Bevölkerungsgruppen bis nach Kasachstan und in den Norden Chinas reichen.
Auch in Griechenland lässt sich die Bartmeise in Feuchtgebieten und ausgedehnten Schilfflächen beobachten. Diese Regionen bieten der Bartmeise die notwendigen Bedingungen für ihre Brut- und Nahrungssuche. In Griechenland sind besonders Gebiete wie das Nestos-Delta oder der Prespa-See bekannt für ihr Vogelreichtum, zu dem auch die Bartmeise gehört.
Die Bartmeise brütet zweimal im Jahr. Ihr Nest, das sich nahe am Boden im Röhricht befindet, besteht aus altem Schilf, das innen sorgfältig gestaltet wird. Die Jungvögel haben einen auffallenden Sperr-Rachen, der für diese Kunst charakteristisch ist. Einmal gepaart, bleibt Bartmeisen ein Leben lang unzertrennlich.
Während der Sommermonate ernährt sich die Bartmeise vor allem von Insekten und Spinnen, während im Winter Samen und Sämereien ihre Hauptnahrung darstellen. Diese Flexibilität bei der Nahrungssuche ermöglicht es der Bartmeise, auch in kälteren Monaten zu überleben.
Die Bartmeise gilt laut der IUCN als nicht gefährdet. In Europa schätzt der Mensch seine Bevölkerung auf etwa 490.000 bis 960.000 Individuen. In Griechenland sind die Bestände zwar kleiner, dennoch kann man sie in geeigneten Lebensräumen häufig antreffen. (pv)





