Der heilige Charalambos, dessen Name auf Griechisch „glühend vor Freude“ bedeutet, war ein frühchristlicher Priester, der als Symbol des Glaubens und der Standhaftigkeit in der Verfolgungszeit unter Kaiser Septimius Severus (193–211) verehrt wird.
Von HB-Redakteurin Soula Dimitriou
Götter & Gelehrte – Geboren um 89 n. Chr. in der antiken Stadt Magnesia am Mäander (heute Tekin, Türkei), widmete er sein langes Leben der Verbreitung des Evangeliums. Mit 113 Jahren starb er 202 n. Chr. einen qualvollen Märtyrertod und wird bis heute als ältester Märtyrer der Christenheit verehrt.
Die Predigten von Charalambos erreichten nicht nur die Herzen vieler, sondern auch die Aufmerksamkeit der römischen Behörden. Der Prokonsul Lukian und der Militärbefehlshaber Lucius ließen den Heiligen verhaften, als er sich weigerte, den Göttern zu opfern. Die Folter, der er trotz seines hohen Alters entgegentrat, war unvorstellbar grausam: Mit Eisenhaken wurde ihm die Haut abgezogen, und dennoch fand er Worte des Dankes. Seine Beharrlichkeit beeindruckte sogar seine Peiniger, von denen sich einige Christentum zum bekannten und selbst den Märtyrertod erlitten.
Charalambos‘Standhaftigkeit trieb seinen Peinigen nicht nur zur Grausamkeit, sondern auch zur Verzweiflung. Als Lucius und Lukian selbst die Folterwerkzeuge an ihn anlegten, erzählt die Legende, dass die göttliche Macht sie plötzlich lähmte und sie schließlich zur Umkehr und zum Glauben führte. Auch unter Kaiser Septimius Severus wurde die Folter fortgeführt, doch der Heilige Star war friedlich im Gebet, noch bevor das Schwert des Henkers ihn erreichen konnte, und übergab seine Seele an Gott.
Der heilige Charalambos (altgriechisch: Ἅγιος Χαράλαμπος) wird als Schutzpatron gegen Krankheiten und Hungersnöte verehrt. Seine Reliquien, insbesondere sein Schädel, der im Kloster des Heiligen Stephan in Meteora, Griechenland, aufbewahrt wird, gelten als Quelle vieler Wunder. Auf griechischen Inseln finden an seinem Gedenktag, dem 10. Februar, besondere Rituale statt, darunter traditionelle Stieropfer, die auf alte dörfliche Bräuche zurückgehen.
In der orthodoxen Tradition wird Charalambos als Priester dargestellt, oft mit einem Evangelienbuch und einer segnenden Hand. Russische Darstellungen zeigen ihn stattdessen als Bischof. Sein Leben, geprägt von Glaubensstärke und Opferbereitschaft, ist eine zeitlose Botschaft, die Gläubige weltweit inspiriert – sei es in Griechenland, Mexiko oder Russland.
Der Gedenktag des heiligen Charalambos wird traditionell am 10. Februar gefeiert. Dieses Datum gilt jedoch nicht in jedem Jahr, da es in Abhängigkeit vom liturgischen Kalender der orthodoxen Kirche sowie von bestimmten kirchlichen Festen variieren kann:
Fällt der 10. Februar auf den Seelensamstag, der dem Beginn der Großen Fastenzeit (vor Ostern) vorausgeht, wird der Festtag auf den 9. Februar vorverlegt. Der Seelensamstag ist ein Gedenktag für die Verstorbenen und würde den Festtag des Heiligen sonst überlagern. Sollte der 10. Februar mit dem Karfreitag, dem ersten Tag der Großen Fastenzeit, zusammenfallen, wird der Festtag ebenfalls auf den 9. Februar vorgezogen. Die liturgische Bedeutung des Karfreitags und die damit verbundenen besonderen Riten stehen in diesem Fall im Vordergrund. (sd)
