Auf den Spuren des Weingottes: Die Dionysos-Weinstraße im Nordgriechenland

Die Weinstraßen Nordgriechenlands führen nicht nur durch eine malerische Landschaft, sondern sie laden Reisende auch dazu ein, die jahrtausendealte Verbindung zwischen Wein, Kultur und Geschichte zu entdecken. Eine besonders faszinierende Route ist die Weinstraße des Dionysos , benannt nach dem griechischen Gott des Weines und des Rausches.
Von HB-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Reisen – Die Dionysos-Weinstraße schlängelt sich entlang historischer Stätten, durch beeindruckende Naturschauplätze und malerische Städte – ein unvergessliches Erlebnis für Weinliebhaber, Geschichtsinteressierte und Naturliebhaber gleichermaßen.

Die Reise beginnt am Pangaion-Gebirge, einem Ort, der schon in der Antike für seine Gold- und Silbervorkommen bekannt war und eine zentrale Rolle im dionysischen Kult spielte. Der griechischen Mythologie zufolge wuchs hier Dionysos auf und erlebte seine ersten wilden Feste. Die Legende nach berauschte er sogar die fleischfressenden Pferde des lokalen Königs Lykourgos mit dem lokal produzierten Wein.

Von hier aus führt die Route nach Kokkinochori in der Gemeinde Orfano und weiter durch die Stadt Kavala . Diese Stadt, die sich amphitheatralisch an die Küste schmiegt, beeindruckt mit ihrer byzantinischen Burg, den Stadtmauern und dem majestätischen Aquädukt. Kavala ist nicht nur ein wichtiges Zwischenziel auf der Weinstraße, sondern auch der Ausgangspunkt für Entdeckungen der umliegenden archäologischen Stätten, wie der antiken Stadt Philippi.

Von Kavala führt die Weinstraße weiter nach Drama , einer Stadt, die sich am Fuße des majestätischen Falakron-Gebirges erstreckt. Die Region um Drama ist bekannt für ihre üppigen Wälder, kristallklaren Flüsse und malerischen Dörfer. Der „Berg der Blumen“, wie das Falakron-Gebirge von den Einheimischen genannt wird, verfügt über ein Skizentrum sowie mehrere Berghütten. Auch die Maara-Höhle (Angitis) mit ihren farbenprächtigen Stalaktiten und reflektierenden Wasseroberflächen ist ein absolutes Highlight für Naturliebhaber.

Weinliebhaber können hier im Drama die zahlreichen Weingüter besuchen, die sowohl historische als auch moderne Techniken der Weinherstellung vereinen. Die Weine der Region sind bekannt für ihre Vielfalt und Qualität, insbesondere die autochthonen Rebsorten haben in den letzten Jahren internationale Anerkennung erlangt.

Die Reise führt weiter nach Xanthi, einer Stadt, die oft als „Stadt der tausend Farben“ bezeichnet wird. Besonders die denkmalgeschützte Altstadt mit ihren schmalen Gassen, prächtigen Herrenhäusern und traditionell beeindruckten Besuchern aus aller Welt. Hier trifft traditionelle Architektur auf die Lebendigkeit einer modernen Stadt, die ihren ursprünglichen Charme bewahrt hat. Nicht weit von Xanthi entfernt, erstreckt sich das Nestos-Tal, ein atemberaubendes Naturgebiet, das sich perfekt für Wanderungen, Radtouren oder Kanufahrten eignet. Der Nestos-Fluss schlängelt sich durch enge Schluchten und weitläufige Ebenen, und entlang seines Ufers wachsen einige der ältesten Weinreben der Region.

Weiter östlich führt die Dionysos-Weinstraße nach Abdera (heute Avdira), einer antiken Stadt, die als Heimat des Philosophen Demokrit bekannt ist. Abdera war in der Antike ein bedeutendes Weinbauzentrum, und viele Weingüter der Region haben die Tradition der Weinherstellung bis heute fortgeführt. Ein Besuch des Archäologischen Museums von Abdera bietet faszinierende Einblicke in die Geschichte dieser beeindruckenden Stadt und ihrer Weinkultur.

Noch weiter östlich gelangt man nach Maroneia, einem malerischen Dorf am Fuße des Ismaros-Bergs , das nicht nur für seine Schönheit, sondern auch für seine historische Bedeutung bekannt ist. Hier, so erzählt es die Legende, machte Odysseus den Zyklopen Polyphem betrunken, indem er ihm Wein aus Maroneia reichte. Heute setzen die Weinberge der Region diese uralte Tradition fort, und viele Winzer vertrauen sich um die Wiederbelebung der historischen Weinrebsorten, die einst Homer in seiner „Odyssee“ pries.

Die Reise entlang der Dionysos-Weinstraße endet im Herzen von Thrakien, einem wilden und ursprünglichen Landstrich, der sowohl historisch als auch landschaftlich viel zu bieten hat. Von Porto Lagos , einem malerischen Fischerhafen am Rande der Vistonida-Lagune, bis hin zu den dichten Wäldern der Rhodopen, durchquert die Weinstraße einige der beeindruckendsten Landschaften Nordgriechenlands.

Weinliebhaber, die sich bis hierher vorgewagt haben, werden mit der Möglichkeit belohnt, die Weinberge von Maroneia zu besichtigen und einige der besten Weine der Region zu kosten. Gleichzeitig bieten die umliegenden Dörfer und Städte die Gelegenheit, in die authentische thrakische Kultur einzutauchen, traditionelle Gerichte zu probieren und die herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen zu erleben. (cs)

Foto: Jill Wellington/Pixabay

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