Der zweite Vorrundentag der 38. Dreiband-Teamweltmeisterschaft in der niederrheinischen Stadt Viersen brachte für die griechische Auswahl die sportliche Ernüchterung.
Von HB-Redakteurin Nadja Becker
Aktuell – Nach zwei deutlichen Niederlagen am gestrigen Freitag schied das Team vorzeitig aus dem Wettbewerb aus und verpasste den Einzug in das Viertelfinale. In einer Gruppe, die mit Belgien, Schweden und dem Titelverteidiger Niederlande hochklassig besetzt war, blieb Griechenland am Ende nur ein einziger Punkt aus dem gesamten Turnierverlauf.

Der Vormittag begann mit der Begegnung gegen den vierfachen Weltmeister Belgien – eine Konstellation, die bereits im Vorfeld als Bewährungsprobe galt. An Tisch drei traf der amtierende griechische Meister Nikos Polychronopoulos, aktuell die Nummer 20 der Weltrangliste, auf Eddy Merckx, die Nummer zwei der Welt. Merckx, seit Jahren eine feste Größe im internationalen Dreiband, übernahm früh die Kontrolle. Nach 20 Punkten wurde – wie es das Reglement vorsieht – die fünfminütige Pause eingelegt, zu diesem Zeitpunkt führte der Belgier mit 24:16. Polychronopoulos hatte bis dahin mehrfach versucht, über präzise Positionsstöße in längere Serien zu finden, doch Merckx antwortete mit der ihm eigenen Ruhe und taktischen Strenge. Am Ende setzte sich der Favorit durch und sicherte Belgien den ersten Zähler.
Parallel dazu entwickelte sich an Tisch vier eine noch klarere Angelegenheit. Dimitrios Selevantas, griechischer Vizemeister und Weltranglisten-44., traf auf Ronny Brants. Bereits zur Pause lag der Belgier mit 26:6 in Front – ein Vorsprung, der die Kräfteverhältnisse deutlich machte. Brants spielte mit hoher Konstanz, nutzte kleine Stellungsfehler seines Gegners konsequent aus und hielt das Tempo hoch, während Selevantas kaum Gelegenheit erhielt, sich in längere Aufnahmen hineinzuspielen. Auch diese Partie ging an Belgien, sodass die Begegnung mit 4:0 an den Mitfavoriten des Turniers fiel.

Damit war die Ausgangslage für Griechenland bereits erheblich erschwert, zumal am Abend die nächste Herausforderung wartete: Schweden. Die Skandinavier hatten zuvor gegen die Niederlande ein 2:2 erreicht und sich damit eine solide Position im Kampf um die beiden Viertelfinalplätze erarbeitet. Für Griechenland bedeutete dies, dass nur ein überzeugender Sieg die rechnerische Chance gewahrt hätte. Doch auch in dieser Begegnung gelang es weder Polychronopoulos noch Selevantas, die notwendige Stabilität über die Distanz von 40 Punkten zu finden. Schweden gewann beide Einzel und setzte sich ebenfalls mit 4:0 durch.
In der so beendeten Gruppe C unterstrich Titelverteidiger Niederlande seine Ambitionen. In der Besetzung mit Dick Jaspers und Glenn Hofman trennten sich die Niederländer am Vormittag von Schweden 2:2, ehe sie am Abend gegen Belgien antraten. Dort spielten sich sowohl Hofman als auch Jaspers früh in Führung und verteidigten diese mit bemerkenswerter Konzentration bis zum Schluss. Das Resultat lautete 4:0 für Oranje. Schweden wiederum behauptete sich zeitgleich mit einem 4:0 gegen Griechenland. Damit standen die beiden Viertelfinalisten der Gruppe fest, während Griechenland die Heimreise antreten musste.

Das Turnierformat ließ wenig Raum für Fehler. Insgesamt 16 Teams waren in vier Vorrundengruppen zu je vier Mannschaften eingeteilt. Pro Begegnung wurden zwei Einzelpartien bis 40 Punkte ohne Aufnahmebegrenzung gespielt. Nach Erreichen von 20 Punkten durch einen Akteur wurde eine Pause von fünf Minuten eingelegt – eine Zäsur, die taktische Neujustierungen ermöglichte, am Kräfteverhältnis jedoch selten Grundsätzliches änderte. Jeder Spieler verfügte über ein Stoßzeitlimit von 40 Sekunden; nach 30 Sekunden ertönte ein akustisches Warnsignal. Zwei Time-outs von jeweils 40 Sekunden standen pro Match zur Verfügung und erweiterten das Zeitfenster situativ auf insgesamt 80 Sekunden.
Ein Unentschieden nach den beiden Einzeln brachte beiden Teams je einen Matchpunkt ein. Über die Platzierung innerhalb der Gruppe entschieden zunächst die Matchpunkte, sodann der Punktedurchschnitt pro Aufnahme und schließlich die höchste erzielte Serie. Die beiden Erstplatzierten qualifizierten sich für das Viertelfinale, das im Einfach-K.o.-System ausgetragen wird. Endet dort eine Begegnung remis, kommt das sogenannte „Scotch Double“-Format zur Anwendung, bei dem die beiden Spieler eines Teams im Wechsel jeweils einen Stoß ausführen, bis eine Mannschaft 15 Punkte erreicht.
Die weiteren Ergebnisse des zweiten Tages zeichneten ein Bild hoher Ausgeglichenheit im Teilnehmerfeld: Niederlande – Schweden 2:2, Griechenland – Belgien 0:4, Deutschland – Vietnam 2:2, Mexiko – Frankreich 2:2, Türkei – Kolumbien 4:0, Jordanien – Japan 2:2, Spanien – USA 0:4, Ägypten – Südkorea 2:2, Niederlande – Belgien 4:0 sowie Griechenland – Schweden 0:4.
Während sich andere Nationen in Stellung für die K.o.-Runde brachten, endet für Griechenland die diesjährige Weltmeisterschaft mit nur einem Punkt in der Gruppenphase – ein Resultat, das den eigenen Ansprüchen kaum genügen dürfte, in einer der stärksten Gruppen des Turniers jedoch die Realität widerspiegelt. (nb)





