Am Ufer des heutigen Golfs von Policastro, eingebettet in die sanfte Küstenlandschaft Süditaliens, ruht ein Ort, der einst das Echo hellenischer Kultur trug: Buxentum, die griechische Stadt der Antike. Ihre Ursprünge reichen tief in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück – ein eindrucksvolles Zeugnis der griechischen Kolonisation in Süditalien, dem sogenannten Magna Graecia.
Von HB-Redakteurin Sabrina Köhler
Reisen – Die antiken Münzen, auf denen sich der Name Πυξοῦς (Pyxous) eingraviert findet, sind nicht nur stumme Zeugen vergangener Zeit, sondern kraftvolle Symbole der Handelsvernetzung und Kulturprägung durch das alte Griechenland. Die strategische Lage am Golf ermöglichte der Stadt früh die Teilnahme am mediterranen Austausch.
Im Jahr 467 v. Chr. erlebte Buxentum eine neue Blüte, als griechische Kolonisten aus Messene (heute Messina auf Sizilien) unter der Führung des Mikythos die Stadt neu gründeten. Die Wiedergeburt der Stadt war dabei kein Zufall: Sie zeugt vom gezielten Aufbau griechischer Kulturzentren in Süditalien, die Sprache, Architektur und Weltanschauung der Hellenen tief im Boden Europas verankerten.
Auch wenn Buxentum später zur römischen Kolonie wurde – offiziell seit 194 v. Chr. –, blieb der griechische Einfluss spürbar: in der urbanen Struktur, in religiösen Praktiken und selbst in der Bezeichnung der Stadt, die sich in lateinischen Quellen bis in die augusteische Zeit hinein wiederfindet.
Noch im 6. Jahrhundert n. Chr. – lange nach dem Untergang der klassischen Antike – lebte der Ort als Bischofssitz weiter, was seine anhaltende Bedeutung bezeugt. Heute trägt das moderne Policastro Bussentino zwar einen anderen Namen, doch wer durch die alten Straßen wandert, kann sie noch hören: die leisen Stimmen aus Hellas, die im Wind zwischen den Ruinen flüstern. (sk)





