Majestätischer Taygetos: Mythen, Gipfel und verborgene Geschichten eines sagenumwobenen Gebirges

Vom Agios Ilias bis Mistras: Der Taygetos begeistert Wanderer, Geschichtsliebhaber und Abenteurer gleichermaßen.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou

Reisen/Peloponnes – Mit seiner beeindruckenden Höhe von 2407 Metern erhebt sich der pyramidenförmige Gipfel des Agios Ilias, auch Profitis Ilias genannt, wie ein steinernes Monument gen Himmel. Der Taygetos, das höchste Gebirge der Peloponnes-Halbinsel, ist nicht nur ein geografisches Highlight, sondern auch ein Ort voller Mythen, historischer Spuren und natürlicher Schönheit. Dieses majestätische Massiv, das Lakonien von Messenien trennt, erzählt Geschichten aus der Antike, fasziniert mit seiner Geologie und lockt heute Wanderer aus aller Welt an.

Der Taygetos ist ein Gebirge der Kontraste. Auf der einen Seite finden Sie Kalksteininformationen aus der Kreidezeit, auf den anderen fruchtbaren Schieferstreifen, die sich durch das Gebirge ziehen und üppiges Grün hervorbringen. Diese Vielfalt macht das Gebirge nicht nur zu einem Paradies für Geologen, sondern auch zu einem faszinierenden Wanderziel. Besonders die Südwestflanke, die zur Landschaft Mani gehört, besticht durch ihre Ursprünglichkeit. Hier treffen schroffe Felsen auf tiefe Schluchten und Olivenhaine, die sich bis zum Horizont erstrecken.

Der Taygetos ist tief verwurzelt in der griechischen Mythologie. Hier, so erzählt die Legende, zeugten Zeus und Leda, die Dioskuren, Kastor und Pollux. Doch der Gebirgszug trägt auch eine dunkle Geschichte in sich: In der Antike sollen die Spartaner schwache oder missgebildete Neugeborene in die Felsspalten des Gebirges gestoßen haben – ein grausamer Akt, der die Härte und Konsequenz der spartanischen Gesellschaft unterstreicht. Der Name „Taygetos“ geht auf die Nymphe Taygete zurück, eine Tochter des Atlas, die dem Gebirge ihren mystischen Klang verleiht.

Am nordöstlichen Rand des Taygetos erhebt sich die Ruinenstadt Mistras, eine ehemalige fränkische Festung, die im 13. Jahrhundert während der Kreuzzüge gegründet wurde. Die gut erhaltenen byzantinischen Kirchen und Klöster dieser Stadt erzählen von einer Zeit, in der der Peloponnes Schauplatz europäischer Machtkämpfe war. Heute gehört Mistras zum UNESCO-Weltkulturerbe und bietet Besuchern einen beeindruckenden Blick auf die Ebene von Sparta.

Der Taygetos ist durchzogen von einem Netz aus Wanderwegen, darunter der berühmte Europäische Fernwanderweg E4. Ob eine mehrtägige Tour auf den Profitis Ilias oder ein entspannter Spaziergang entlang des Athanati Rachi – die Möglichkeiten sind vielfältig. Besonders beliebt ist der Aufstieg bei Sonnenaufgang, wenn der pyramidenförmige Gipfel des Agios Ilias seinen Schatten weit über die Peloponnes wirft. (mv)

Foto: sundash/Pixabay

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