Naxos – Insel der Mythen, Geschichte und Naturschätze

Naxos, die größte der Kykladeninseln im Ägäischen Meer, ist eine Schatzkammer antiker Kulturen, beeindruckender Natur und lebendiger Geschichte.
Von HB-Redakteurin Soula Dimitriou

Reisen/Naxos – Mit einer Fläche von 389,43 km² und einer vielfältigen Landschaft, die von geteilten Küsten im Osten bis zu sanften Ebenen im Westen reicht, bietet Naxos eine faszinierende Kombination aus natürlicher Schönheit und kulturellem Erbe. Der Berg Zas, der höchste Gipfel der Insel, thront majestätisch in der Mitte und bietet Wanderern atemberaubende Ausblicke.

Die Hauptstadt der Insel, Chora, beeindruckt mit ihrer malerischen Altstadt, die von der venezianischen Burganlage Kastro überragt wird. Diese mittelalterliche Festung, einst Zentrum der Macht, bietet Besuchern nicht nur einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Insel, sondern auch einen atemberaubenden Blick über das Meer. Ein Highlight ist der gut erhaltene Glezos-Turm, der als einziger von den ursprünglichen 12 Wehrtürmen noch steht.

Foto: Thomas G./Pixabay

Eine der ikonischsten Sehenswürdigkeiten der Insel ist die „Portara“, das mächtige Marmortor des unvollendeten Apollon-Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Dieses imposante Bauwerk thront auf der vorgelagerten Insel Palátia und ist heute das Wahrzeichen von Naxos.

Die Insel blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Bereits in der späten Jungsteinzeit war Naxos besiedelt, und Funde aus der Bronzezeit haben der Grotta-Pelos-Kultur ihren Namen gegeben. Auch die antike griechische Mythologie spielt auf Naxos eine bedeutende Rolle: Hier soll der Held Theseus die kretische Königstochter Ariadne zurückgelassen haben, nachdem er den Minotaurus besiegt hatte. Ariadne wurde auf Naxos als Vegetationsgöttin verehrt.

Neben der reichen Kultur ist Naxos auch bekannt für seine Naturschätze. Der Marmorbau spielt seit der Antike eine bedeutende Rolle auf der Insel, und die antiken Steinbrüche sind bis heute zu besichtigen. Besonders die unvollendeten Kouroi, kolossale Marmorstatuen, faszinieren mit ihrer Geschichte und ihrer Größe – der größte misst beeindruckende 10,7 Meter.

Naxos ist auch ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Über die Insel verteilt finden sich zahlreiche byzantinische Kirchen, von denen viele wertvolle Fresken aus dem 6. bis 13. Jahrhundert beherbergen. Die Insel wird deshalb manchmal als „byzantinische Pinakothek der Ägäis“ bezeichnet.

Foto: Thomas G./Pixabay

Doch Naxos bietet nicht nur Kultur und Natur. Die fruchtbare Erde ermöglicht eine erfolgreiche Landwirtschaft, und die Insel ist bekannt für ihre schmackhaften Produkte, von Olivenöl bis zu Zitrusfrüchten. Die Einwohner, deren Zahl je nach Jahreszeit stark schwankt, leben zum großen Teil von der Landwirtschaft und dem Tourismus.

Das milde Klima, mit heißen, trockenen Sommern und regenreichen Wintern, sorgt für eine üppige Vegetation. Die natürlichen Ressourcen der Insel, wie Marmor und Schmirgel, prägten zudem das wirtschaftliche Leben über viele Jahrhunderte. Die Kombination aus antiker Geschichte, venezianischen Einflüssen, atemberaubender Natur und einem entspannten Lebensstil macht Naxos zu einem faszinierenden Reiseziel in der Ägäis. (sd)

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