Zwischen maroden Schulen und hohen Mieten: Bildungsprotest in Volos

In Volos haben am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, Schüler, Studierende und Lehrer gemeinsam mit Eltern und Arbeitnehmern demonstriert … im Rahmen eines landesweiten Aktionstags für bessere Bildung.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Volos – Nach Berichten der ERT versammelten sich mehrere hundert Menschen auf dem Eleftherias-Platz im Stadtzentrum. Zeitgleich zogen nach Angaben von Nachrichtenagenturen auch in Athen und anderen Großstädten zahlreiche Menschen auf die Straße: In der griechischen Hauptstadt gingen etwa 10.000 Demonstranten vor das Parlament, und es fanden Solidaritätskundgebungen etwa in Thessaloniki, Patras, Larissa und weiteren Städten statt.

Die Forderungen der Demonstranten richteten sich gegen den Verfall des öffentlichen Bildungswesens. Gefordert wurden vor allem sichere Schulgebäude, die Besetzung tausender offener Stellen mit Lehrpersonal sowie insgesamt deutlich mehr staatliche Investitionen in Schulen und Universitäten. Auf den Transparenten und während der Redebeiträge war wiederholt zu lesen, dass die Bildung der Kinder ein Recht und kein bloßer Kostenfaktor sei … so etwa der Slogan „Bildung, Gesundheit und Sicherheit unserer Kinder sind ein Recht, kein Kostenfaktor“. Begleitend wurde etwa die Parole skandiert, mehr Gelder für Gehälter, Bildung und Gesundheit bereit­zustellen statt für Militärausgaben oder Profite einzelner Konzerne.

An der Kundgebung in Volos beteiligten sich – wie in anderen Städten – örtliche Lehrer­gewerkschaften, Schüler- und Studentenvertretungen sowie Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes. Die Bildungs­ministerin Sofia Zacharaki betonte zwar, dass die Regierung die Probleme der Studierenden ernst nehme; sie verwies auf inzwischen 733 Millionen Euro für neue Studenten­wohnheime und Schulsanierungen. Doch die Demonstrierenden ließen sich hiervon nicht besänftigen. Sie verwiesen etwa darauf, dass Studieren und Leben in vielen griechischen Städten durch drastisch steigende Mieten und Lebenshaltungskosten nahezu unbezahlbar geworden sei. Griechische Medien berichten, Studierendenverbände forderten daher niedrigere Mieten, höhere Wohnbeihilfen und mehr Plätze in staatlichen Wohnheimen.

Auch in Volos selbst stand das Thema Wohnen auf der Tagesordnung: Viele Studierende berichteten, dass nur wenige öffentliche Zimmer zur Verfügung stünden und normale Wohnungen oft 400 Euro oder mehr im Monat kosteten. Die Demonstranten verwiesen darauf, dass in Volos beispielsweise nur sehr wenige Plätze in Studentenheimen existieren und deshalb viele junge Menschen trotz Aufnahme in ein Studium kämpfen müssen. Insgesamt endete die Kundgebung in Volos am Nachmittag friedlich und ohne Störungen.

Der Protesttag in Volos ist Teil einer europaweiten Bewegung: In mehreren Ländern gingen Schüler und Studenten in diesen Tagen gegen hohe Lebenshaltungskosten und marode Bildungssysteme auf die Straße. In Griechenland machten die Teilnehmer deutlich, dass sie nicht nur konkrete Verbesserungen an den Schulen und Hochschulen wollen, sondern auch eine stärkere soziale Absicherung von Familien und Jugendlichen fordern. (ea)

Foto: Hellas-Bote