Literatur als Brücke: Deutsch-griechischer Kulturaustausch in Düsseldorf

Vier Tage lang war Ioannis Loverdos, stellvertretender Außenminister Griechenlands, zu offiziellen Gesprächen in Düsseldorf. Bei seinem Besuch war auch Zeit für einen Dialog mit Vertretern der deutsch-griechischen Kulturszene.
Von HB-Redakteurin Nadja Becker

Aktuell/Kunst & Kultur – Gastgeber des Treffens war das Griechische Generalkonsulat, vertreten durch Generalkonsulin Chara Baldouma. Im Zentrum standen Themen des kulturellen Dialogs, der literarischen Vernetzung und konkreter Perspektiven für deutsch-griechische Kooperationen in Bildung, Theater und Wirtschaft.

An dem Abend nahmen neben Loverdos und Baldouma auch Alexandros Papaioannou, Botschafter Griechenlands in Deutschland, Nonika Papadopoulou, Konsulin der Wirtschafts- und Handelsabteilung, der Theaterregisseur Kostas Papakostopoulos, Michalis Patentalis, Vorsitzender der Gesellschaft griechischer Autorinnen und Autoren in Deutschland (GGAD), sowie Iris Kater, Verlegerin und Geschäftsführerin der Iris Kater Verlag & Medien GmbH aus Viersen, gemeinsam mit Prokurist Sven Engelbergs teil. Der Kater Literaturverlag unterstützt seit Jahren die deutsch-griechische Literaturförderung.

Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Funktion der Literatur als lebendiges kulturelles Gedächtnis und verbindendes Element zwischen den beiden Ländern. Themen waren die Bedeutung von Identität, die Verantwortung von Kunst im europäischen Kontext sowie die praktische Umsetzung gemeinsamer Projekte. Kater betonte, dass gerade die Kombination von literarischem Engagement und diplomatischer Präsenz ein starkes Fundament für nachhaltige Kooperationen bilde.

Auch der Austausch über Theaterprojekte, literarische Veröffentlichungen und Bildungsinitiativen zeigte das gemeinsame Interesse, langfristige Strukturen jenseits punktueller Veranstaltungen zu schaffen. „Es ist beeindruckend, wie intensiv das Interesse an einem kontinuierlichen Dialog ist“, so Kater. Die Gespräche verdeutlichten, wie Kultur, Wirtschaft und Politik ineinandergreifen können, wenn es darum geht, Brücken zwischen Ländern und Generationen zu schlagen.

Der Abend war von gegenseitigem Respekt, Offenheit und der klaren Absicht geprägt, die deutsch-griechischen Beziehungen auf eine solide Basis zu stellen. Diskutiert wurden auch konkrete Möglichkeiten der Unterstützung griechischer Autorinnen und Autoren in Deutschland sowie Strategien für eine engere Verzahnung von Theater- und Bildungsprojekten. Loverdos Besuch unterstrich die politische Dimension dieser Bemühungen, während die literarische und kulturelle Expertise der Gäste den inhaltlichen Rahmen lieferte. (nb)

Foto: Hellas-Bote