Licht über Emmaus: Die griechisch-orthodoxe Kirche feiert den Ostermontag in österlicher Freude

Am Ostermontag, dem zweiten Tag der österlichen Festfreude, versammelt sich die griechisch-orthodoxe Gemeinschaft weltweit zu liturgischen Feiern, die von tiefer Spiritualität und symbolischer Bedeutung getragen sind.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou

Aktuell – In einem harmonischen Nachklang zum glorreichen Ostersonntag steht der Ostermontag ganz im Zeichen der Begegnung – jener Begegnung, die in der biblischen Erzählung von Emmaus unvergessen bleibt.

Die Evangeliumslesung des Tages stammt aus dem Lukasevangelium (Lk 24,13–35), wo zwei Jünger Jesu auf dem Weg nach Emmaus einem zunächst unerkannten Fremden begegnen. Erst beim Brotbrechen erkennen sie in ihm den auferstandenen Christus. Diese Szene berührt den Kern des österlichen Mysteriums: Die Auferstehung ist kein fernes Ereignis, sondern eine lebendige Wirklichkeit, die sich in Gemeinschaft, im Teilen und im Glauben offenbart.

In den orthodoxen Kirchenhallen erklingt der österliche Gruß „Christos Anesti“ – „Christus ist auferstanden“ – begleitet von feierlichen Hymnen, Kerzenlicht und dem Duft von Weihrauch. Der Ostermontag ist kein bloßes liturgisches Nachspiel, sondern ein spiritueller Höhepunkt, der die Freude über den Sieg des Lebens über den Tod weiterträgt.

Während viele Gläubige an diesem Tag Pilgerfahrten unternehmen oder sich zu Prozessionen versammeln, spiegelt sich in den Gesichtern der Menschen Dankbarkeit und Hoffnung. Der Ostermontag wird in der griechisch-orthodoxen Kirche nicht als Schlussakkord, sondern als Echo der göttlichen Verheißung gefeiert: Dass Christus in jeder Begegnung neu erfahren werden kann – sei es auf einem staubigen Weg nach Emmaus oder im stillen Herzen des Einzelnen.

So wird dieser Tag zum leuchtenden Zeugnis des christlichen Glaubens: Die Auferstehung ist kein einmaliges Geschehen der Vergangenheit, sondern eine andauernde Einladung zur Begegnung mit dem lebendigen Gott. (mv)

Foto: Hellas-Bote