Auf Beschluss der Kulturministerin Lina Mendoni und nach einstimmiger Stellungnahme des Zentralrats für Moderne Denkmäler wurde der Nationale Widerstandspark der Gemeinde Neapolis-Sykea in Thessaloniki zur historischen Stätte erklärt.
Thessaloniki – Diese Ausweisung erfolgte aufgrund der Entdeckung von Massengräbern und menschlichen Skeletten während der Sanierungsarbeiten im Park. Dadurch wurde ein bis vor Kurzem unbekannter und besonders wichtiger Aspekt der modernen Geschichte Thessalonikis und Griechenlands enthüllt. Dieser Ort ist nun untrennbar mit der Erinnerung an die Hinrichtungen und einer entscheidenden Periode der modernen griechischen Geschichte verbunden.
Gemäß Ministerialbeschluss schützt das Kulturministerium diesen speziellen Ort nach den Bestimmungen des Gesetzes 4858/2021 „Über den Schutz von Altertümern und Kulturerbe im Allgemeinen“, da es sich um einen Ort historischer Ereignisse von außergewöhnlicher Bedeutung für die moderne Geschichte der weiteren Region und des Landes handelt, mit besonderer Bedeutung für die Angehörigen der Hingerichteten, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes.

Kulturministerin Lina Mendoni erklärte:
Der Schutz der Orte unseres kollektiven Gedächtnisses ist eine Priorität des Kulturministeriums. Diese Orte sind nicht nur Teil der natürlichen Umwelt und des Stadtbildes unserer Städte, sondern auch Träger von Geschichte, Erinnerung und Identität. Der Nationale Widerstandspark in Sykies ist untrennbar mit der Erinnerung an wichtige historische Ereignisse und der Geschichte der Region verbunden. Die Entdeckung von Massengräbern ist kein archäologischer Fund, sondern ein historisches Dokument einer bestimmten Epoche. Es sind die Menschen einer turbulenten Zeit unserer Geschichte, die Toten, die jahrzehntelang ohne Identifizierung blieben. Insbesondere für ihre Familien sind diese Gräber ein Teil ihrer persönlichen Identität und Geschichte, der nach Anerkennung sucht. Es ist selbstverständlich, dass der Staat alles in seiner Macht Stehende tun muss, um die Skelette, wo immer möglich, zu identifizieren und ihren Familien zurückzugeben. Der Schutz und die Förderung dieses Ortes sind zugleich ein Akt des Respekts vor den Toten und eine Verantwortung gegenüber dem kollektiven Gedächtnis.
Die Bedeutung des Ortes wird durch seine Lage im historischen Umfeld von Eptapyrgio und der Stadtmauer von Thessaloniki noch verstärkt. Eptapyrgio, ein bedeutendes Denkmal der Stadtbefestigung und ein Ort von besonderer historischer Relevanz, ist ein wichtiger Bezugspunkt für die historische Entwicklung Thessalonikis und das kollektive Gedächtnis seiner Einwohner. In der weiteren Umgebung finden sich Spuren verschiedener Epochen der Stadtgeschichte, von der Antike und der byzantinischen Zeit bis zur Neuzeit. Indem wir den Nationalen Widerstandspark als historische Stätte ausweisen, bewahren wir seinen besonderen Charakter und schützen ein wichtiges Dokument der modernen Geschichte und des kollektiven Gedächtnisses von Thessaloniki. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass die Geschichte der mit diesem Ort verbundenen Menschen nicht verloren geht und ihr Andenken für zukünftige Generationen lebendig bleibt.
Die Gräber wurden im November 2024 bei Rekonstruktionsarbeiten im Sykei-Gebiet entdeckt. Anschließend folgte eine Ausgrabung unter der Aufsicht der Ephorie für Altertümer der Stadt Thessaloniki, die bis Juni 2025 andauerte. Insgesamt wurden 46 Skelette identifiziert, von denen 44 in fünf Massengräbern und zwei weitere in gestörtem Zustand gefunden wurden. Den Forschungsergebnissen zufolge stammen die Bestattungen aus der Zeit des Bürgerkriegs (1946–1949) und stehen im Zusammenhang mit der Hinrichtung von Gefangenen der Gefängnisse Eptapyrgio-Yeti Koule, hauptsächlich Kämpfern und politischen Gefangenen, die von den damaligen außerordentlichen Militärgerichten verurteilt worden waren.
Das Gebiet außerhalb der Stadtmauern, nahe den Gefängnissen von Eptapyrgio, war sowohl während der deutschen Besatzung als auch im Bürgerkrieg ein Hinrichtungsort. Hunderte politische Gefangene wurden in der weiteren Umgebung exekutiert – ein Umstand, der bereits vor der jüngsten Entdeckung der Massengräber mit dem historischen Gedächtnis der Gegend verbunden war. Das Gelände des heutigen Parks ging 1966 in den Besitz der Gemeinde Sykea über und blieb zunächst unbebaut. 1983 wurde beschlossen, es in einen „Nationalen Widerstandspark“ umzuwandeln, und 1997 wurde eine Gedenkstele zum Andenken an die hingerichteten Kämpfer des Nationalen Widerstands und des Bürgerkriegs der Jahre 1941–1949 errichtet. Die jüngste Entdeckung der Massengräber verleiht der historischen Bedeutung des Ortes eine neue, greifbare und unbestreitbare Dimension.
Der Nationale Widerstandspark befindet sich im östlichen Teil der Gemeinde Sykeon und ist Eigentum der Gemeinde Neapolis-Sykeon. Er umfasst eine Fläche von ca. 1.916 m² und ist gemäß der aktuellen Stadtplanung als Grünfläche ausgewiesen. Die Ausweisung als historische Stätte schließt den Prozess der Dokumentation der historischen Bedeutung des Ortes ab, der 2025 in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Kulturministeriums – insbesondere der Ephorie für Altertümer der Stadt Thessaloniki und dem Amt für moderne Denkmäler und technische Bauwerke Zentralmakedoniens – der Gemeinde Neapolis-Sykeon in der Region Zentralmakedonien begonnen wurde. (opm)





