Mit einer für Branchenkenner überraschend starken Beteiligung von Einkäufern und Handelsbesuchern aus dem Balkan ist die 12. Internationale Ausstellung für Bäckerei und Konditorei, Maschinen, Ausrüstung und Fertigprodukte „Artozyma“ gestern zu Ende gegangen.
Von HB-Redakteurin Nadja Becker
Aktuell/Thessaloniki – Die Fachmesse, die sich in den vergangenen Jahren als fester Treffpunkt der südosteuropäischen Back- und Süßwarenwirtschaft etabliert hat, verzeichnete bis zum letzten Messetag ein hohes Besucheraufkommen – und eine bemerkenswerte Internationalisierung.
Insbesondere die Präsenz von Fachbesuchern aus den Balkanländern sei im Vergleich zu früheren Ausgaben deutlich gestiegen, hieß es aus Veranstalterkreisen. Damit unterstreicht die Artozyma ihren Anspruch, nicht nur nationales Branchenschaufenster, sondern regionale Drehscheibe für Handel und Technologie zu sein. Charakteristisch war in diesem Jahr die starke Beteiligung großer, teils multinationaler Unternehmen, die ihre Maschinenparks und Fertigprodukte präsentierten.

Auch hinter den Kulissen wurde intensiv gearbeitet. Mehr als 180 B2B-Termine allein an den letzten beiden Messetagen zeugen von einer hohen Geschäftsdynamik. Die Zufriedenheit der ausstellenden Unternehmen sei deutlich spürbar gewesen, zumal viele Gespräche konkrete Kooperations- und Exportperspektiven eröffneten. Das „Balkan-Element“ prägte dabei nicht nur die Besucherstruktur, sondern auch die Agenda der Geschäftstreffen.
Neben dem kommerziellen Austausch setzte die Messe erneut auf Innovation und handwerkliche Demonstration. Auf besonderes Interesse stieß eine „Mini“-Einheit aus dem Bereich der Süßwarentechnik, in der sich der Produktionsprozess live verfolgen ließ – ein kompaktes Abbild industrieller Abläufe, das Transparenz und Effizienz moderner Anlagen vor Augen führte. Darüber hinaus wurden neue Technologien und Ausrüstungen vorgestellt, die das Berufsbild des Bäckers und Konditors weiterentwickeln und digitalisieren.
Großen Zuspruch fanden auch die begleitenden Veranstaltungen. Im Rahmen von „Baking Together – Mediterranean Edition“ wurden der Vorstand sowie die griechischen Bäcker geehrt; zugleich präsentierten portugiesische Bäcker ihre eigene Kunst des Knetens und Backens in den Messeöfen – eine handwerkliche Demonstration mediterraner Backtraditionen im Dialog.
Im „Pastry Lab“ bereiteten renommierte Konditoren vor Publikum Süßwaren mit neuen Techniken, modernen Methoden und frischen Zutaten zu. Dem wachsenden Markt für glutenfreie Produkte wurde ebenfalls Rechnung getragen: In Zusammenarbeit mit der Association Action for Celiac wurden zwei glutenfreie Rezepte vorgestellt – ein Sauerteigbrot mit Joghurt sowie Trüffel mit getrockneten Früchten und Nüssen. Damit verband die Messe Innovationsanspruch mit ernährungsphysiologischer Sensibilität.
Parallel dazu wurde die Southern Europe Culinary Challenge ausgetragen, organisiert von der Vereinigung der Küchenprofis Griechenlands. Rund 300 Einsendungen aus 15 Ländern wurden von einer international besetzten Jury aus zehn Staaten bewertet – ein Wettbewerb, der die Messe um eine kulinarische Leistungsschau erweiterte und ihr Profil als Plattform des gesamten gastronomischen Spektrums schärfte. (nb)





