Das Kulturministerium erhielt von der Firma GAIAOSE S.A. und mit persönlicher Unterstützung des stellvertretenden Ministers für Infrastruktur und Verkehr, Konstantinos Kyranakis, die Nutzungserlaubnis für den Bahnhof Karya und das umliegende Gelände.
Aktuell – Diese Konzession ist der erste Schritt zur Restaurierung des Denkmals mit dem Ziel, das historische Gedächtnis zu bewahren und einen Ort von besonderer Bedeutung für die moderne Geschichte des Landes zu schützen.
Kulturministerin Lina Mendoni erklärte: „Die Konzessionierung des Bahnhofs Karya an das Kulturministerium ist ein Akt von besonderer historischer und symbolischer Bedeutung. Mit dem Abschluss des Verfahrens ist der Grundstein für die systematische Restaurierung und Hervorhebung dieses historischen Ortes gelegt, der unauslöschliche Spuren der Gräueltaten der Nationalsozialisten trägt. Ein Ort, der mit den tragischen Erinnerungen an die Besatzungszeit und die Vernichtung der griechischen Juden durch Zwangsarbeit verbunden ist, tritt nun in eine neue Phase des Schutzes, der Förderung und der substanziellen Wiedereingliederung in das kollektive Bewusstsein ein. Das Kulturministerium hat bereits mit der Erstellung der notwendigen Studien für die Restaurierung des Gebäudekomplexes begonnen. Unser Ziel ist es, ihn in eine besichtigbare historische Stätte zu verwandeln, die als Erinnerungs- und Wissensdokument dient und die Werte der historischen Wahrheit und der Menschenwürde hervorhebt. Das Kulturministerium betrachtet die Restaurierung des Gebäudes als seine historische Pflicht gegenüber den Opfern der NS-Barbarei und als Notwendigkeit, das historische Gedächtnis zu bewahren. Mit dieser Initiative sichern wir den Schutz des gesamten historischen Erbes, damit es mit gebührendem Respekt an künftige Generationen weitergegeben werden kann. Ein Ort der Erinnerung, der Bildung und der Besinnung. Ich danke Konstantinos Kyranakis für seinen entscheidenden Beitrag zum Abschluss dieses Prozesses.“

Der stellvertretende Verkehrsminister Konstantinos Kyranakis erklärte: „Die Konzessionierung des stillgelegten Bahnhofs Karya an das Kulturministerium ist ein wichtiger Schritt zur Rettung und Förderung eines Ortes von besonderer historischer Bedeutung. Die Restaurierung des Bahnhofs und seine Entwicklung zu einem Ausstellungsraum gewährleisten, dass die Erinnerung an die mit Karya verbundenen Ereignisse für künftige Generationen lebendig bleibt. Insbesondere ehren wir das Andenken der griechischen Juden, die in der Region Zwangsarbeit leisten mussten und anschließend in Konzentrationslager deportiert wurden. Die Förderung von Karya ist nicht nur ein kulturelles Projekt, sondern auch ein Akt historischer Verantwortung gegenüber der Wahrheit und dem kollektiven Gedächtnis.“
1943 zwangen die deutschen Besatzungstruppen jüdische Männer aus Thessaloniki zur Zwangsarbeit, um im Zuge des Ausbaus der Eisenbahnlinie für militärische Zwecke einen tiefen Einschnitt in einen Felshang zu schaffen. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen führten zum Tod Dutzender Menschen im Rahmen der Praxis der „Vernichtung durch Arbeit“. Der sogenannte „Felseinschnitt“ ist bis heute als authentisches Zeugnis dieses Verbrechens erhalten und auch im historischen Fotoarchiv von Ressler dokumentiert. Der Bahnhof Karya auf dem Berg Othrys in Phthiotis wurde im August 2025 vom Kulturministerium als historische Stätte anerkannt. Er ist nicht nur ein Teil der Eisenbahninfrastruktur des seit 1908 betriebenen Netzes „Larissa“, sondern ein Ort, der untrennbar mit einem der dunkelsten Kapitel der Besatzungszeit in Griechenland verbunden ist.
Der Entwurf umfasst den Schutz und die Restaurierung der verbliebenen Gebäude, wie etwa des Vorkriegs-Steingebäudes und des Brunnens, die Entwicklung des umliegenden Gebiets – einschließlich der Wehrmachtkaserne und der Bereiche, in denen jüdische Gefangene arbeiteten – sowie die Gewährleistung eines sicheren und organisierten öffentlichen Zugangs. (opm)





