Von der industriellen Vergangenheit zum modernen archäologischen Museum von Archanes

Das Kulturministerium arbeitet mit Hochdruck an der Erstellung der notwendigen Studien für die Errichtung des Archäologischen Museums von Archanes, das der Förderung des kulturellen Erbes Kretas dient. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.

Aktuell/Kunst & Kultur – Das Projekt wird im Rahmen einer Vereinbarung zum Kulturentwicklungsprogramm zwischen dem Kulturministerium, der Region Kreta und der Gemeinde Archanes-Asterousia mit wissenschaftlicher Unterstützung der Technischen Universität Kreta umgesetzt. Das Budget der Vereinbarung beträgt 730.000 Euro und stammt aus Mitteln des Nationalen Entwicklungsprogramms des Kulturministeriums und der Region Kreta.

Die Kulturministerin Lina Mendoni erklärte: „In Zusammenarbeit mit der Region Kreta, der Gemeinde Archanes-Asterousia und unter wissenschaftlicher Leitung der Technischen Universität Kreta nutzen wir eine symbolträchtige Industriehalle und verwandeln das Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftlichen Genossenschaft mit starker lokaler Verankerung in ein modernes Kulturzentrum. Die Errichtung des Archäologischen Museums von Archanes ist ein innovatives und äußerst wichtiges Projekt zur Förderung und Aufwertung des reichen archäologischen Erbes der Region. Die zentrale museologische Idee findet sich im Titel „Am Anfang war… der Ort: Die Kulturlandschaft von Archanes von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart“. Ausgehend davon versucht die Dauerausstellung des Museums von Archanes, die prägende Wirkung der Landschaft – des Wassers, der Ebene, der heiligen Gipfel und der Höhlen – auf die Entwicklung der archanischen Kultur von der Antike bis heute zu veranschaulichen. Dabei wurden die städtebaulichen Gegebenheiten, der Zustand des Gebäudes, seine interne Aufteilung sowie die…“ Unter Berücksichtigung der modernen Anforderungen an den Museumsbetrieb gehen wir, basierend auf der vorliegenden Vorstudie, mit sorgfältigen Schritten und der erforderlichen wissenschaftlichen Dokumentation, zur museologischen Organisation, zur architektonischen Gestaltung, zur Gewährleistung der Barrierefreiheit und zu den technischen Umsetzungsparametern vor. Die Errichtung des Museums wurde aufgrund der Fülle an Funden aus den bedeutenden archäologischen Kernen der Region als notwendig erachtet. Diese Funde sind derzeit im Gebäude der örtlichen Grundschule untergebracht und bilden die Grundlage einer kleinen, aber bedeutenden archäologischen Sammlung, die 1993 gegründet wurde. Das neue Museum wird entscheidend zur Stärkung von Forschung, Bildung und Kulturtourismus beitragen, aber auch zur allgemeinen Revitalisierung und wirtschaftlichen Entwicklung der lokalen Gemeinschaft und der gesamten Region.

Foto: Griechisches Kulturministerium

Das neue Museum wird im Gebäude der ehemaligen Weinabfüllanlage, der ehemaligen Landwirtschaftlichen Genossenschaft von Archanes (SYNPE), untergebracht sein. Das Gebäude und das umliegende Gelände wurden dem Kulturministerium zur Nutzung überlassen. Es gehört zu einem 20.900 m² großen Grundstück der Gemeinde Archanes-Asterousia in Ano Archanes, innerhalb des ausgewiesenen traditionellen Gebiets. Nach dem genehmigten Bauplan umfasst das Archäologische Museum von Archanes 6.330 m² und gliedert sich in eine 900 m² große Dauerausstellung, einen Saal für Wechselausstellungen, Multimedia- und Bildungsräume, Konferenzräume, Werkstattbereiche, Depots für Antiquitäten und Besucherbereiche. Der Neubau bietet moderne, barrierefreie und energieeffiziente Infrastruktur. Das Museum möchte seinen Besuchern durch Dauer- und Wechselausstellungen, Bildungsprogramme und moderne Infrastruktur ein umfassendes Museumserlebnis bieten. Die Dauerausstellung wird die Geschichte von Archanes von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart erzählen.

Die geplante Ausstellung wird voraussichtlich rund 1.000 Objekte verschiedener Größen zeigen, von Pithoi und Larnacae bis hin zu Siegeln und Schmuck. Die Ausstellung ist in Hauptabschnitte gegliedert, die die Geschichte und Entwicklung von Archanes kurz darstellen. Zunächst wird die Bedeutung der Wasserressourcen und Aquädukte im Laufe der Zeit hervorgehoben. Anschließend wird das antike Archanes als Verwaltungs- und Wohnzentrum mit Einblicken in den Alltag, die Produktion und das ländliche Leben betrachtet. Darauf folgen die Nekropole und Yuuchtas als heilige Stätte mit religiöser Bedeutung. Die Beziehungen zu anderen Regionen und der Außenwelt werden ebenso dargestellt wie die historische Entwicklung von Archanes von der Antike bis zur Neuzeit. Abschließend wird die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere Wein und Olivenöl, in den Mittelpunkt gestellt.

Der architektonische Entwurf zur Hervorhebung des Gebäudes nutzt dessen besondere morphologische und bauliche Merkmale, bewahrt Elemente seiner industriellen Identität und integriert sie in die Museumsfunktion. Gleichzeitig sind umfassende Eingriffe geplant, um Funktionalität, Barrierefreiheit und Energieeffizienz zu verbessern sowie ein dynamisches internes Erschließungssystem mit Metallrampen zu schaffen. Zu den wichtigsten architektonischen Maßnahmen gehören die Umgestaltung der inneren Ebenen unter Erhalt und Wiederverwendung der alten Tanks als Elemente des industriellen Erbes, die Rekonstruktion und Erhöhung des Daches zur Stärkung der Verbindung zur Landschaft sowie die Neugestaltung der Fassaden unter Beibehaltung des industriellen Charakters und Verwendung moderner Materialien. (opm)

Foto: Griechisches Kulturministerium