Wer am 28. März 2026 den Weg ins Krefelder Seidenweberhaus gefunden hatte, erlebte keinen gewöhnlichen Konzertabend, sondern eine präzise inszenierte Rückkehr in eine Ära, die den Rock der 1970er- und 1980er-Jahre geprägt hat. Die Q Revival Band trat mit ihrer Show „God Save The Queen“ vor ein Publikum, das von Beginn an spürte, dass hier nicht nur Songs gespielt, sondern Erinnerungen geweckt wurden.
Von HB-Redakteurin Sabrina Köhler
Magazin – Als die ersten Klänge erklangen, zeigte sich schnell, mit welcher Konsequenz die Musiker ihr Konzept verfolgten. Über zwei Stunden hinweg entfaltete sich eine dichte Abfolge der größten Hits von Queen, darunter Klassiker wie „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock You“, „It’s a Kind of Magic“ und „Another One Bites the Dust“. Dabei wirkte die Darbietung weniger wie eine Aneinanderreihung bekannter Titel, sondern vielmehr wie ein geschlossenes musikalisches Erlebnis, das dramaturgisch sorgfältig aufgebaut war.

Im Mittelpunkt stand Sänger Josch Hinder, der seit 2025 Teil der Formation ist. Seine Präsenz auf der Bühne vereinte stimmliche Präzision mit einer bemerkenswerten körperlichen Ausdruckskraft. Immer wieder gelang es ihm, jene Mischung aus Kraft, Charisma und emotionaler Intensität zu transportieren, die einst die Auftritte von Freddie Mercury auszeichnete. Hinder bewegte sich souverän durch die komplexen Arrangements und führte das Publikum durch ein Wechselspiel aus kraftvollen Passagen und fein abgestimmten Momenten.
Auch die übrigen Musiker überzeugten mit hoher Präzision. Besonders Gitarrist Stefan Pfeiffer fiel durch sein Spiel auf, das in Klang und Erscheinung bewusst an die ikonische Ästhetik der Originalband angelehnt war. Das Zusammenspiel der Band wirkte eingespielt und geschlossen, was nicht zuletzt auf die lange gemeinsame Geschichte der Musiker zurückzuführen ist. Die Formation selbst blickt auf eine Entwicklung zurück, die bereits 1993 begann, als sich fünf Musiker aus dem Düsseldorfer Raum zusammenschlossen, um das musikalische Erbe von Queen auf die Bühne zu bringen.

Diese lange Historie spiegelte sich in der Qualität der Darbietung wider. Instrumente, Verstärker und Bühnenaufbau orientierten sich an den Vorbildern der Originalkonzerte, wodurch ein authentisches Gesamtbild entstand. Unterstützt wurde dieser Eindruck durch ein ausgeklügeltes Lichtkonzept, das die Show dramaturgisch unterstrich und immer wieder für überraschende visuelle Akzente sorgte.
Ein wesentlicher Bestandteil des Abends war zudem die Einbindung des Publikums. Immer wieder wurde der Saal aktiv in die Performance einbezogen, wodurch eine Atmosphäre entstand, die weit über die klassische Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum hinausging. Die Reaktionen reichten von rhythmischem Mitklatschen bis hin zu lautstarken Gesängen, die den Charakter eines gemeinsamen Erlebnisses verstärkten.
Dass die Musik von Queen auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nichts an Relevanz verloren hat, zeigte sich in der Zusammensetzung des Publikums. Neben langjährigen Fans fanden sich auch jüngere Besucher, die die Songs durch moderne Medien, Filme oder Streaming-Dienste kennengelernt hatten. Die zeitlose Qualität der Kompositionen sorgte dafür, dass sich unterschiedliche Generationen mühelos in der Musik wiederfanden.
Die anhaltende Popularität der Band wird unter anderem durch erfolgreiche Produktionen wie das Musical „We Will Rock You“ sowie den vielfach ausgezeichneten Film „Bohemian Rhapsody“ getragen. Beide Werke haben dazu beigetragen, das musikalische Vermächtnis von Queen einem breiten Publikum zugänglich zu machen und die Faszination für die Band neu zu entfachen.
Am Ende des Abends stand nicht nur der Eindruck einer technisch wie musikalisch überzeugenden Show, sondern auch das Gefühl, an einer musikalischen Zeitreise teilgenommen zu haben. Die Q Revival Band hatte es geschafft, den Geist der Originale auf die Bühne zu bringen, ohne dabei in bloße Nachahmung zu verfallen. Für einen Abend in Krefeld war die Vergangenheit präsent – kraftvoll, lebendig und eindrucksvoll ins Heute übertragen. (sk)





