Tief in den Kalksteinschichten der Mani-Halbinsel, umgeben vom azurblauen Wasser der Diros-Bucht, liegt eine der spektakulärsten Naturattraktionen Griechenlands: die Tropfsteinhöhle von Pyrgos Dirou, auch bekannt als Glyfada-Höhle. Diese seit 1961 als Schauhöhle zugängliche Stätte zieht Besucher aus aller Welt an, die das faszinierende Spiel von Licht und Schatten auf den jahrtausendealten Tropfsteinformationen bestaunen wollen.
Von HB-Redakteurin Sabrina Köhler
Reisen – Die Glyfada-Höhle beeindruckte bereits am Eingang mit ihrer geheimnisvollen Atmosphäre. Auf einer 2.800 Meter langen Bootstour führt sie die Gäste durch schmale Felsdurchgänge und prachtvolle Hallen voller Stalaktiten und Stalagmiten, die von den Führern mit Geschick durch das labyrinthartige Höhlensystem navigiert werden. Die rund 25-minütige Fahrt ist eine Reise durch Zeit und Naturwunder und bietet eine nahezu mystische Erfahrung unter der Erde. Ein kurzer Wanderabschnitt von 300 Metern schließt die Tour ab, die tief in die Ursprünge der Region und die einzigartige Geologie des Höhlensystems blicken lässt.
Erstmals wurde die Glyfada-Höhle 1923 von Einheimischen entdeckt, doch erst das Ehepaar Ioannis und Anna Petrocheilos widmete sich ab 1949 einer systematischen Erkundung. In den folgenden Jahren und durch weitere Expeditionen bis ins Jahr 2005 wuchs die erkundete Länge des Höhlensystems auf stolze 15.400 Meter, womit die Glyfada zur längsten bekannten Höhle Griechenlands wurde. Die Glyfada galt als Riesenhöhle und Aktive Wasserhöhle, was sie aufgrund ihrer Größe und ständigen Wasserzufuhr zu einem wissenschaftlichen und touristischen Schatz macht.
Auch andere Höhlen in der Nähe von Pyrgos Dirou gewährte Einblicke in die Vergangenheit der Region. Die Alepotrypa-Höhle, nur 220 Meter von der Glyfada entfernt, war einst ein neolithischer Siedlungsort und liefert Archäologen wertvolle Informationen über die Lebensweise und Handelswege dieser Epoche. Das angeschlossene Neolithikum Museum Dirou präsentierte Fundstücke und Felsritzungen, die von der frühen Besiedlung der Mani zeugen. Die nahee Katafygi-Höhle war während der Antike und in späteren Jahrhunderten ein sicherer Zufluchtsort für die Bevölkerung und spiegelte den durch Schutzbedürfnisse geprägten Alltag wider.
Die Tropfsteinhöhle von Pyrgos Dirou ist ein Wunderwerk der Natur und Geschichte gleichermaßen. Ihre geheimnisvolle Unterwasserwelt und die beeindruckende Länge von über 15 Kilometern machen sie zu einer der größten Attraktionen des Peloponnes und zu einem unverzichtbaren Ziel für alle, die die Schätze des griechischen Kultur- und Naturerbes erkunden möchten. (sk)





