Zwischen Kinozauber und Zeitdiagnose: Thessaloniki eröffnet sein Dokumentarfilmfestival

Mit einer festlichen Zeremonie im bis auf den letzten Platz gefüllten Olympion-Theater hat am Donnerstagabend das 28. Thessaloniki Documentary Festival begonnen.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou

Aktuell/Kunst & Kultur – Die traditionsreiche Veranstaltung eröffnete mit der internationalen Premiere des Dokumentarfilms „Ask I Gene“ der Regisseurin Ivy Miropol – einem Werk, das bereits im Vorfeld als einer der spannendsten Beiträge des diesjährigen Programms gehandelt wurde.

Foto: TiDF

An einem ungewöhnlich milden Frühlingsabend stand nicht nur der Auftakt eines weiteren Festivaljahrgangs im Mittelpunkt, sondern auch eine kulturpolitische Botschaft: die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den kulturellen Institutionen der Stadt sowie die wachsende Relevanz des Dokumentarfilms in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Umbrüche.

Der künstlerische Leiter des Festivals, Orestis Andreadakis, begrüßte das Publikum mit einer überraschenden Ankündigung. Neben den Filmen auf der Leinwand werde das Festival in diesem Jahr selbst Teil eines fortlaufenden Filmprojekts sein. Der Hauptsponsor COSMOTE produziere gemeinsam mit COSMOTE TV einen Film über die Geschichte und die Erfahrungen des Festivals.

Im Zentrum dieses Meta-Projekts stehen die Schauspieler Christos Passalis und Konstantina Messini. Wie „Geister“ sollen sie während der Festivaltage durch Thessaloniki wandeln, Eindrücke sammeln und die verborgenen Geschichten hinter dem traditionsreichen Ereignis einfangen. Die Regie übernimmt der mit dem Goldenen Alexander ausgezeichnete Filmemacher Tzortzis Grigorakis.

Der entstehende Film versteht sich als eine Liebeserklärung an das Kino – und an die vielen Formen der Liebe selbst: reale ebenso wie imaginierte. Ihren Anfang habe diese Geschichte, so Andreadakis, einst „in einem dunklen Raum“ genommen – im Kinosaal –, und sie werde das Publikum dank der Magie bewegter Bilder noch lange begleiten. (mv)

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