Wo sich die Sieben Quellen vereinen: Ein Naturparadies auf Rhodos

Die Epta Piges (Sieben Quellen) verzaubern seit Jahrhunderten Besucher mit ihrer faszinierenden Naturschönheit. Inmitten des dicht bewaldeten Inselinneren von Rhodos, nahe Archangelos, liegt dieses versteckte Kleinod, das für seine kühle Frische, üppige Vegetation und beeindruckende Tierwelt bekannt ist. Ein Paradies für Naturliebhaber und Wanderer, das an heißen Sommertagen eine willkommene Zuflucht bietet.
Von HB-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Reisen/Rhodos – Die Epta Piges sind Teil eines einzigartigen Ökosystems, das unter Schutz des europäischen Natura 2000-Netzwerks steht. Diese unberührte Landschaft ist geprägt von sommergrünen mediterranen Laubwäldern, in denen majestätische Platanen und seltene Liquidambar-Bäume wachsen. Der Boden ist durchzogen von Mönchspfeffer, Kiefern und Weiden, die der Umgebung eine dichte, schattige Atmosphäre verleihen.

Das Herzstück der Epta Piges ist jedoch das Wasser selbst. Die sieben Quellen speisen einen klaren Bach, der weiter nördlich in den Trockenbach Loutanis mündet und so eine lebenswichtige Wasserquelle für die Tierwelt darstellt. Besonders bedeutsam ist der Ghizani, ein auf Rhodos endemischer Karpfenfisch, der als die gefährdetste Fischart Europas gilt. Auch verschiedene Amphibien- und Reptilienarten, wie die Agame Hardun oder die Westliche Riesensmaragdeidechse, finden hier ihren Lebensraum.

Foto: HUNTER16/Pixabay

Die Geschichte der Epta Piges ist eng mit der italienischen Besatzungszeit auf Rhodos in den 1930er Jahren verknüpft. Damals wurde ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem geschaffen, das das Quellwasser der Epta Piges nutzte, um die Felder und Zitrusplantagen des neu gegründeten Musterdorfs San Benedetto in der Ebene von Kolymbia zu versorgen. Herzstück dieser Anlage ist ein heute noch zugänglicher Tunnel, der das Wasser zu einem Stausee leitet. Ein Spaziergang durch diesen Tunnel ist für viele Besucher ein besonderes Erlebnis – kühl und dunkel, führt er direkt ins Herz der Wasserkraft des Gebiets.

Reste der alten Wasserläufe lassen sich noch heute entlang der Eukalyptus-Allee in Kolymbia entdecken, ein stilles Zeugnis der italienischen Ingenieurskunst, die das antike Wissen um Wasserversorgung in die Moderne führte.

Heute sind die Epta Piges vor allem ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Urlauber. In der Hitze des griechischen Sommers bieten die schattigen Wälder und das kühle Quellwasser eine willkommene Abwechslung. Wanderer schätzen die zahlreichen Pfade, die durch das Gebiet führen und einen intensiven Einblick in die Flora und Fauna der Region ermöglichen.

Unweit der Quellen lädt eine gemütliche Taverne die Besucher dazu ein, sich bei einem kühlen Getränk oder einer Mahlzeit zu erholen. Besonders anziehend ist der nahegelegene Stausee mit seinem idyllischen Überlauf, der sich sanft in die umliegende Landschaft einfügt. Für viele ist die Kombination aus Natur, Geschichte und Entspannung das, was die Epta Piges so unwiderstehlich macht. (cs)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert