Die Rosa Zahnbrasse, wissenschaftlich bekannt als Dentex gibbosus und im Griechischen als Tsaousi bezeichnet, ist ein faszinierender Bewohner der gemäßigten und tropischen Gewässer des östlichen Atlantiks und des Mittelmeers. Dieser elegante Raubfisch aus der Familie der Sparidae ist nicht nur für seine beeindruckende Erscheinung, sondern auch für sein köstliches Fleisch bekannt.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Erstmals 1810 von dem französischen Naturforscher Constantine Samuel Rafinesque als Sparus gibbosus beschrieben, hat die Rosa Zahnbrasse ihren Artnamen gibbosus, was „bucklig“ bedeutet, ihrer markanten Stirn zu verdanken, die bei ausgewachsenen Exemplaren deutlich gewölbt ist. Die Gattung Dentex gehört zur Familie Sparidae, wobei einige Experten sie in die Unterfamilie Denticinae einordnen.
Die Rosa Zahnbrasse ist weit verbreitet im östlichen Atlantik, von Portugal bis Angola, einschließlich Madeira, den Kanarischen Inseln und São Tomé und Príncipe. Im Mittelmeer, inklusive der griechischen Küstengewässer, ist sie ebenfalls anzutreffen, allerdings nicht im nordwestlichen Mittelmeer und der nördlichen Adria. Sie bevorzugt Tiefen zwischen 20 und 220 Metern über felsigen und steinigen Untergründen des Kontinentalschelfs. Jungtiere halten sich näher an der Küste auf, während die ausgewachsenen Exemplare den Kontinentalhang bevorzugen.

Mit ihrem ovalen, seitlich zusammengedrückten Körper und einer Länge von bis zu 106 cm (typischerweise jedoch etwa 60 cm) ist die Rosa Zahnbrasse ein beeindruckender Anblick. Ihr Maul ist tief angesetzt und leicht nach oben gerichtet, mit mehreren Reihen eckzahnähnlicher Zähne, von denen die äußere Zahnreihe am stärksten ausgeprägt ist. Die Rückenflosse besteht aus 12 Stacheln und 10 bis 11 Weichstrahlen, wobei die ersten beiden Stacheln sehr kurz sind und die nachfolgenden bei Jungtieren lang und filamentös sind. Ihre Farbe reicht von rötlich mit bläulich-silbrigen Schattierungen bis hin zu einem dunkleren Rot bei größeren Exemplaren, die zudem markante schwarze und graue Flecken aufweisen können.
Als Raubfisch ernährt sich die Rosa Zahnbrasse (Pink Dentex) von Kopffüßern, Krebstieren und anderen Fischen. Interessanterweise wurde sie in verschiedenen Regionen als rudimentärer Hermaphrodit, protogyner Hermaphrodit (weiblich zu männlich) und protandrischer Hermaphrodit (männlich zu weiblich) beobachtet. Ihre Laichzeit erstreckt sich von April bis September.
Trotz ihres schmackhaften Fleisches wird die Rosa Zahnbrasse nicht intensiv kommerziell befischt. In Griechenland ist sie auf Fischmärkten eher selten zu finden, anders als in Israel, wo sie häufiger verkauft wird. Gefangen wird sie hauptsächlich mit Reusen, Leinen und Grundschleppnetzen und ist auch bei Sportfischern beliebt. Zu den besten Angelgebieten gehören die Balearen, die Costa del Sol und die Gegend um Tarifa in Spanien, das französische Mittelmeergebiet, Sardinien, Sizilien, Neapel, Montenegro und Marokko.
Die Rosa Zahnbrasse, mit ihrem eleganten Aussehen und ihrem räuberischen Verhalten, ist nicht nur ein Highlight für Sportfischer, sondern auch eine Delikatesse für Feinschmecker, die das Glück haben, sie zu kosten – sei es in Griechenland oder anderswo entlang der Küsten des Mittelmeers und des Atlantiks. (pv)





